Der DWS Top Dividende und der DWS Deutschland gehören zu den erfolgreichsten Produkten der DWS, sowohl mit Blick auf die langfristige Performance als auch auf das Volumen: Das von Thomas Schüßler gemanagte Dividendenportfolio ist rund 18,6 Milliarden Euro schwer, der Deutschlandfonds von Tim Albrecht rund 4,2 Milliarden Euro. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres mussten beide Fonds aber hohe Abflüsse hinnehmen, zeigt eine Auswertung der Investmentstatistik des deutschen Branchenverbandes BVI durch FONDS professionell ONLINE.

Demnach zogen Anleger aus dem DWS Top Dividende zwischen Januar und September 2021 in Summe fast 1,4 Milliarden Euro ab. Allein aus der für private Anleger gedachten und mit über 16 Milliarden Euro volumenstärksten Anteilsklasse DWS Top Dividende LD wurden 1,06 Milliarden Euro entnommen. Beim DWS Deutschland summierten sich die Anteilsrückgaben auf rund 800 Millionen Euro, wobei das Geld aus zwei Tranchen Geld abfloss: aus einer für institutionelle Investoren gedachten Anteilsklasse (DE000DWS2GT0) zogen Anleger 467 Millionen Euro ab, aus der Hauptanteilsklasse DWS Deutschland LC weitere knapp 400 Millionen Euro.

Zuletzt verzeichnete der Dividendenfonds, der kürzlich vier Euro je Anteilschein ausschüttete, aber wieder leichte Zuflüsse, während sich die Abflüsse aus dem Deutschland-Portfolio immerhin verlangsamten, wie die DWS auf Anfrage der Redaktion mitteilte.

Gewinnmitnahmen wegen Dax-Höchstständen
Deutschlands größter Asset Manager begründet die Rückgaben beim DWS Deutschland wie folgt: Die professionellen, internationalen Investoren hätten sich stärker global positioniert, was zulasten der regionalen Positionierung gegangen sei. Des Weiteren hätten eine negative Einschätzung des Euro sowie Rückgaben aus Altersvorsorgevehikeln, die wegen der Pandemie kurzzeitig und ausnahmsweise Rückgaben zuließen, eine Rolle gespielt. Auf der Retailseite habe es mit Blick auf die Dax-Höchststände Gewinnmitnahmen gegeben. Darüber hinaus hätten während der Pandemie unter anderem Technologietitel stärker im Fokus gestanden, sodass Privatanleger Geld unter anderem in den etwas offensiver aufgestellten DWS Aktien Strategie Deutschland umgeschichtet hätten.

"Einer der Hauptgründe für die Mittelbewegungen des DWS Top Dividende ist der allgemeinen Marktsituation geschuldet und betrifft nahezu das komplette Marktsegment von dividendenstarken und Value-Strategien am Markt", teilt die DWS zu den Abflüssen aus dem Dividendenportfolio mit. Seit mehr als zehn Jahren würden Aktien mit einer guten Dividendenrendite sowie Value-Titel schlechter als der breite Markt und Wachstumswerte abschneiden. Die Präferenz der Anlegerinnen und Anleger habe sich entsprechend weg von Dividenden- hin zu Wachstumsaktien verschoben – zulasten des DWS Top Dividende. (jb)