Scope hat den DWS Deutschland wieder mit einem Top-Rating ("B") ausgezeichnet. Der von Starmanager Tim Albrecht verwaltete Fonds war vor knapp einem Jahr ins Mittelmaß abgerutscht und nur mit einem "C" bewertet worden. Zuvor hatte er fast 14 Jahre ununterbrochen eine Top-Note inne. Grund für die damalige Herabstufung war, dass das Aktienportfolio wegen seiner Investitionsquote von mehr als 100 Prozent während des Markteinbruchs im März 2020 überproportional verlor. Unter anderem knabberte Albrechts zeitweise übergroßes Faible für die Wirecard-Aktie an der Performance.

Der erfahrene DWS-Portfoliolenker korrigierte seinen Fehler rasch und stieß so schnell als möglich alle Wirecard-Papiere ab. In seine wie auch in die Hände der Verantwortlichen andere aktienlastiger Fonds spielte, dass die Börsen nach dem Corona-Crash vom Frühjahr blitzschnell zulegten, sodass auch der 4,4 Milliarden Euro schwere DWS Deutschland rasch in die Erfolgsspur zurückkehrte.

"Im Laufe der Erholung konnte sich die Wertentwicklung verbessern, sodass der Fonds per Ende Januar 2021 wieder zu den Top-Produkten für deutsche Aktien gehört", schreibt Scope-Analystin Barbara Claus. Zwar hinkt das DWS-Prestigeprodukt über ein und drei Jahre gerechnet mit einer Wertentwicklung von 2,6 und minus 1,5 Prozent noch hinter der Peergroup "Aktien Deutschland" hinterher. Über einen Zeitraum von fünf Jahren habe er aber mit 7,2 gegenüber den 5,8 Prozent p.a., die die Vergleichsgruppe erzielte, wieder einen leichten Vorsprung erwirtschaftet. 

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Wieder Spitzen-Rating für Nordea-Fonds
Die Ratingagentur hat ferner den Nordea 1 - Global Climate and Environment wieder mit der Spitzennote "A" ausgezeichnet. Innerhalb der letzten fünf Jahre rangierte der Fonds durchgängig im Top-Ratingbereich, musste aber vor fünf Monaten nur mit einem "B" vorliebnehmen. Die Performance des fast sieben Milliarden Euro schweren Portfolios hat Scope nun überzeugt: "Seit der Auflage erzielte der Fonds eine Wertentwicklung von 7,5 Prozent, während die Peergroup lediglich auf 4,8 Prozent p.a. kam. Auch über drei und fünf Jahre liegt der Fonds vor dem durchschnittlichen Mitbewerber bei insgesamt leicht überdurchschnittlichen Risikokennzahlen", begründet Claus die Entscheidung.

Das 2008 lancierte Portfolio investiert in Unternehmen, die sich in Umweltthemen wie Ressourceneffizienz, Umweltschutz und alternativen Energien engagieren. Fast zwei Drittel des Portfolios bestehen aus globalen Firmen aus den Sektoren Technologie und Industrie. Dazu gehören unter anderem Titel wie ASML Holding, Synopsis oder Waste Management.

Schlechte Risikoberwertung drückt Note von Fidelity-Fonds
Dagegen haben Claus und ihre Kollegen den Fidelity US High Yield Fonds auf ein "C" herabgestuft, nachdem er mehr als drei Jahren eine Top-Note innehatte. "Während die Performance des Fonds insgesamt überdurchschnittlich ausfällt, führte die unterdurchschnittliche Risikobewertung zu einem insgesamt nur durchschnittlichen Rating", begründet Claus die Entscheidung. 

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Über fünf und drei Jahre erzielte der Fonds bessere Ergebnisse als die Peergroup, über ein Jahr blieb er mit minus 5,1 Prozent gegenüber minus 3,9 Prozent in der Vergleichsgruppe zurück. Die Risikokennzahlen fielen aber durchweg höher aus: Über drei Jahre lag die Volatilität des Fonds bei 9,9 Prozent und der maximale Verlust bei minus 13,1 Prozent. Die Peergroup kam im selben Zeitraum auf durchschnittlich 8,6 und minus 11,6 Prozent. (jb)


Zur Ratingmethodik: Das Scope-Fondsrating bewertet die Qualität eines Fonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Das Rating reflektiert unter anderem die langfristige Ertragskraft und die Stabilität der Fondsperformance sowie das Timing- und das Verlustrisiko. Das System umfasst fünf Ratingstufen – von A bis E. Als Top-Rating gelten A- und B-Ratings. In Summe hat Scope aktuell 6.440 Produkte unter die Lupe genommen.