Der Vermögensverwalter Feri schickt den Optionsstrategien-Fonds Optoflex in den Soft Close. Entsprechende Informationen der Redaktion bestätigte das Haus. "Zur Wahrung der Interessen unserer Investoren und zur bestmöglichen Umsetzung unserer Strategie haben wir uns deshalb dazu entschlossen, die Nettomittelzuflüsse im Optoflex stark zu limitieren", sagt Portfoliomanager Daniel Lucke im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE. "So können wir in Zukunft durch positive Performance und moderate Mittelzuflüsse organisch wachsen und weiterhin die reibungslose Umsetzung unserer Strategie sicherstellen."

Den Schritt begründet Lucke mit dem Verweis auf den großen Zuspruch, den die Volatilitätsstrategien des Hauses zuletzt erfahren hätten. Alleine im laufenden Jahr steigerte sich das verwaltete Volumen des Optoflex sowie des Equityflex um rund 600 Millionen Euro auf 3,2 Milliarden Euro. "Wir hatten gegenüber unseren Investoren wie auch in der Öffentlichkeit stets betont, dass wir ab einem gewissen Volumen vorsichtiger agieren müssen und mit Erreichen dieser Größe das Mittelaufkommen im Optoflex bremsen werden", betont Lucke. Der Equityflex bleibe hingegen uneingeschränkt geöffnet.

"Auch Optionsmarkt nicht unendlich groß"
Anderen Vola-Fonds wiederfuhr ein ganz anderes Schicksal. Die Corona-Krise wirbelte das Feld durcheinander. Mehrere Portfolios erlitten zum Teil hohe Verluste und mussten aufgelöst werden. Ein Manager vertrat wiederum die These, dass es aufgrund von strukturellen Veränderungen in dem Segment für Asset Manager immer schwerer werde, entsprechende Ansätze erfolgreich umzusetzen.

Bei Feri deuten die Zeichen derzeit in eine andere Richtung. "Am Markt für Vix-Call-Optionen, die einen wichtigen Baustein in unserer Strategie darstellen, gibt es zwar genug Platz, er gehört zu den größten und liquidesten Derivatemärkten der Welt", erläutert Lucke. "Dennoch ist auch der Optionsmarkt nicht unendlich groß." Da die Fonds des Hauses zu den größten Volatilitätsstrategien am europäischen Markt zählten, wolle das Team seiner Verantwortung gegenüber den Investoren gerecht werden und vorsorglich den Neugeldzufluss bremsen, so der Feri-Mann. "Wir agieren lieber vorsichtig als nachsichtig."

"Markt ist nicht statisch"
Das Haus vollziehe keine harte Fondsschließung des Optoflex, betont Lucke. "Wenn bestehende Investoren ihre Bestände im Optoflex aufstocken möchten, setzen wir sie auf eine Interessentenliste und können bei entsprechender Kapazität Anteile freigeben", erläutert der Manager. "Auch Neuanleger könnten nach wie vor Anteile erwerben, nur eben womöglich erst nach einer Wartezeit."

Wie die Warteliste genau funktionieren soll, kann Lucke noch nicht verraten. Interessenten sollen aber nach einem "systematischen Prozess" zum Zuge kommen. Anteilsrückgaben in beiden Fonds bleiben möglich, so Lucke.

Ein striktes Größenlimit, wann der Optoflex geöffnet und geschlossen wird, setzen Lucke und sein Team nicht. "Der Vix-Optionsmarkt ist nicht statisch, sondern kann weiter wachsen", so der Manager. Dementsprechend könne der Fonds in manchen Phasen auch höhere Zuflüsse aufnehmen. "Gleichwohl stehen wir zu unseren Aussagen und bremsen die Zuflüsse", führt Lucke aus. "Dabei halten wir die Liquidität am Vix-Optionsmarkt natürlich permanent im Blick." Sollte sich die Marktsituation tatsächlich strukturell ändern, würde die Situation neu bewertet werden. (ert)