Die mickrigen Zinsen führen dazu, dass die Deutschen ihr Anlageverhalten zumindest ein Stückweit überdenken. In einer Umfrage des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) gaben 38 Prozent der Befragten an, ihr Sparverhalten ändern zu wollen. Als besonders lohnende Anlageform gelten Investoren derzeit Immobilien – unmittelbar gefolgt von Investmentfonds. Fonds sind angesichts der niedrigen Zinsen ein gutes Investment, urteilten zuletzt mit 26 Prozent deutlich mehr Umfrageteilnehmer als im vergangenen Jahr. Damals hatte die Fondsbeliebtheit noch sieben Prozentpunkte niedriger gelegen

Investoren sind sich durchaus bewusst, dass sich Sparbücher, Tages- und Festgeldkonten momentan kaum lohnen. Entsprechend negativ wurden diese Anlageformen im aktuellen DSGV-Vermögensbarometer bewertet. Auch gegenüber Lebensversicherungen und Staatsanleihen zeigten sich viele Befragte zu Recht skeptisch. Dennoch will nicht einmal jeder Fünfte wegen der Niedrigzinsen aktiv werden und seine Geldanlage anpassen.

Quelle: DSGV "Vermögensbarometer 2018"

Den Deutschen geht es gut
Die geringe Bereitschaft, etwas zu ändern, könnte damit zusammenhängen, dass die finanzielle Zufriedenheit trotz Niedrigzinsen zuletzt auf einem neuen Höchststand lag: 63 Prozent der Befragten fühlten sich finanziell gut oder sogar sehr gut aufgestellt. Zugleich sank die Zahl derer, die angaben, gar nicht sparen zu können, von 13 auf 9 Prozent. Die Sparkultur der Deutschen trotzt allen welt- und geldpolitischen Krisen, sagt DSGV-Präsident Helmut Schleweis. (fp)