Was kann ein Vermittler tun, wenn er seine Kunden glaubhaft zu nachhaltigen Geldanlagen beraten möchte? "Es reicht nicht, drei oder vier ESG-Fonds im Angebot zu haben", meint Andreas Korth, Geschäftsführer des Good Growth Instituts aus Sankt Augustin bei Bonn. "Wichtig ist vielmehr ein systematischer Ansatz."

Die seiner Einschätzung nach beste Lösung liegt in der Vermittlung standardisierter Fonds-Vermögensverwaltungen (Fonds-VV). "Für diese Variante sprechen gleich mehrere Punkte – einige haben nichts mit der nachhaltigen Geldanlage zu tun, andere schon", sagt Korth. Da ist einmal die Tatsache, dass die Beratung zu Einzelfonds wegen der Regulierung immer aufwendiger geworden ist. "Gerade im Corona-Crash hat sich wieder gezeigt, dass ein Berater gar nicht schnell genug reagieren kann, sollte es in den Einzelfondsdepots seiner Kunden Handlungsbedarf geben. In einer Fonds-VV dagegen lassen sich die Portfolios der Kunden problemlos auf einen Schlag anpassen."

Von Wettbewerbern abheben
Hinzu kommt die Herausforderung, Fonds auszuwählen, die den Ansprüchen der Kunden gerecht werden. "Wer neu in die Beratung zu nachhaltiger Geldanlage einsteigt, wird schnell merken, wie unterschiedlich verschiedene Asset Manager das Thema angehen", berichtet Korth. "Da kann es gerade am Anfang helfen, auf die Expertise eines Vermögensverwalters mit entsprechender Erfahrung zu bauen." Korth nennt einen dritten Vorteil: "Noch haben die wenigsten Banken eine nachhaltige Vermögensverwaltung im Angebot. Damit können sich die freien Berater gut von ihren Wettbewerbern abheben."

Die Argumente klingen überzeugend. Dennoch ist es gar nicht so einfach, sich als Berater entsprechend zu positionieren, denn das Angebot frei verfügbarer Fonds-Vermögensverwaltungen ist überschaubar. Korth hat das Glück, seinen Kunden über Reuss Private Deutschland eigene Strategien anbieten zu können, doch diese Option steht insbesondere kleineren Vermittlern nicht offen. FONDS professionell hat sich deshalb am Markt umgehört, welche nachhaltigen Fonds-VV-Strategien einer breiteren Vermittlerschaft zugänglich sind (siehe Tabelle).

Einige Angebote stehen allen Beratern offen, bei manchen ist nicht einmal eine Erlaubnis gemäß Paragraf 34f Gewerbeordnung nötig – in diesem Fall agieren die Vermittler als Tippgeber. Andere Strategien sind den Partnern eines Maklerpools oder Haftungsdachs vorbehalten, wieder andere setzen die Anbindung an eine bestimmte Fondsplattform voraus. (bm)


Den vollständigen Artikel lesen Sie in FONDS professionell 2/2020 ab Seite 334. Angemeldete Nutzer können den Beitrag auch hier im E-Magazin abrufen.