Der Deutsche Mittelstandsanleihen Fonds (ISIN LU0974225590) wird liquidiert. Dies geht aus einer Mitteilung der Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) IP Concept an die Anleger hervor. Die KVG habe beschlossen, den Fonds "mit dem Ziel der zum nächstmöglichen Zeitpunkt erfolgenden Auflösung in Liquidation zu setzen", heißt es in dem Schreiben. Die geplante Auflösung erfolge "vor dem Hintergrund der Wahrung von Anlegerinteressen".

Der zuletzt gut 130 Millionen Euro schwere Fonds ist seit Mitte Januar vom Handel ausgesetzt. Hintergrund ist ein indirektes Investment in ein Vehikel für Immobilienfinanzierungen, das durch die Zinswende in Schieflage geraten war. Seither kann die KVG für den Fonds keinen validen Nettoinventarwert mehr berechnen.

Der Fondsberater kritisiert die KVG
In den Mittelstandsanleihen-Fonds hatten viele Privatanleger investiert. Als Berater trat die Düsseldorfer Investmentboutique KFM auf. Deren Vorstandschef Hans-Jürgen Friedrich kritisiert das Vorgehen der KVG scharf: "Die Kundenberater und ich sind sehr unglücklich damit, was die IP Concept für uns überraschend entschieden hat", zitiert ihn das "Handelsblatt". Seiner Meinung nach hätte es die Möglichkeit gegeben, die derzeit nicht bewertbare Anleihe mit einer sogenannten Sidepocket-Lösung vom Mittelstandsanleihen-Fonds zu separieren.

Noch Mitte April hatte KFM in einem Frage-Antwort-Katalog betont, den Fondshandel sofort wieder aufzunehmen, sobald eine Bewertung der Anleihe vorliegt. Das wird nun nicht mehr passieren. Stattdessen müssen sich Anleger auf Verluste einrichten, wenn die KVG die liquiden Anleihen aus dem Fonds zu Kursen unterhalb des Einstandspreises veräußert.

Zweiter Mittelstandsanleihen-Fonds nicht betroffen
Neben dem Deutschen Mittelstandsanleihen Fonds berät KFM ein zweites Vehikel, den Europäischen Mittelstandsanleihen Fonds. Dieses Sondervermögen, das von der Kölner Service-KVG Monega verwaltet wird, ist nicht von der Liquidation betroffen. In dem vor gut drei Jahren aufgelegten Fonds steckten zuletzt jedoch nur rund zwölf Millionen Euro. (bm)