Die Fondsratinggesellschaft Morningstar hat den Flaggschiffportfolio von Michael Hasenstab, den Templeton Global Bond, schlechter bewertet. Die überwiegende Zahl der Anteilsklassen sei auf die Note "Neutral" herabgestuft worden, heißt es in einer Studie. Je nach Rendite und Kostenbelastung können bei Morningstar Anteilsklassen eines Fonds unterschiedliche Bewertungen erhalten. So haben günstigere Tranchen des Global Bond die Note "Bronze", teurere hingegen "Negative".

Als Grund für die Herabstufung des milliardenschweren Portfolios führt Morningstar-Analyst Patrick Ge an, dass Bedenken zum Risikomanagement die Stärken der Strategie und des Teams überschatten würden. Zwar stünde Hasenstab und Co-Manager Calvin Ho ein erfahrenes Team beiseite, und die Manager hätten schon immer Investments, von denen sie überzeugt seien, im Portfolio hoch gewichtet. Doch der Grad und die Komplexität der eingegangenen Risiken habe über die vergangenen Jahre zugenommen.

"Fehltritte in verschiedenen Bereichen"
Zudem seien in jüngster Zeit einige Investmentideen nicht aufgegangen. "Fehltritte in verschiedenen Bereichen, einschließlich der inzwischen aufgelösten US-Staatsanleihen-Shortposition, der starken Konzentration auf hochvolatile lateinamerikanische Anleihen und des Long-Engagements im japanischen Yen, haben die Strategie schwer getroffen", schreibt Ge in der Analyse. Zudem habe sich Hasenstab nach dem Ausverkauf im Frühjahr 2020 defensiv positioniert und wenig bei Schnäppchen zugeschlagen. Dies mache sich in der Wertentwicklung bemerkbar.

"Die Strategie ist dafür bekannt, dass sie in kürzester Zeit Boden gutmachen kann", räumt Morningstar-Mann Ge ein. "Aber ihre extreme Volatilität in Verbindung mit dem Gespenst anhaltender Abflüsse erhöht das Risiko von Liquiditätsproblemen, so dass wir sie nicht empfehlen können." Die UCITS-Variante des Templeton Global Bond hatte zu seinen Spitzenzeiten 2012 mehr als 40 Milliarden Dollar verwaltet, wie der Branchendienst "Citywire" berichtet. Derzeit sind es keine sechs Milliarden Dollar mehr.

"Hohe Liquidität"
Die Gesellschaft Franklin Templeton widerspricht der Morningstar-Analyse jedoch vehement, insbesondere was das angebliche Risiko von Liquiditätsproblemen angeht. "Die Templeton-Global-Macro-Strategien investieren in erster Linie in Staatsanleihen und Währungen, die im Allgemeinen zu den liquidesten Märkten der Welt gehören", teilt Franklin Templeton auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE mit.

"Die Strategien sind derzeit in Bezug auf die Duration defensiv ausgerichtet, mit erheblichen Allokationen in Anleihen mit kürzerer Laufzeit und einem angemessenen Anteil an Barmitteln und Barmitteläquivalenten", betont die Gesellschaft. "Auf der Ebene der Anlagekategorien bevorzugen wir weiterhin Staatsanleihen in Landeswährung, da diese in der Vergangenheit eine hohe Liquidität aufgewiesen haben." Lokale Investoren könnten oft einspringen, um Anleihen in lokaler Währung zu kaufen, selbst wenn ausländische Investoren aus ihnen fliehen, erläutert der Anbieter.

"Opportunistische Neupositionierung"
"Wir glauben, dass die opportunistische Neupositionierung der Templeton Global Macro Portfolios Ende 2020 und Anfang dieses Jahres weiterhin zeigt, dass die Strategien nicht durch Liquiditätsengpässe beeinträchtigt werden", führt die Gesellschaft aus. Das Team um Hasenstab habe seine Positionsgrößen in einer Reihe von kleineren Märkten beibehalten, ohne die Gesamtliquidität des Portfolios wesentlich zu beeinträchtigen. (ert)