Die Ratinggesellschaft Morningstar hat die Bewertung des Flaggschiffes des französischen Fondshauses Carmignac gesenkt. Der Carmignac Patrimoine verlor das "Bronze-Rating" und erhält nurmehr die Note "Neutral". Firmengründer Edouard Carmignac hatte jüngst das Steuer bei dem fast 14 Milliarden Euro schweren Fonds ganz aus der Hand geben. Seither steuern die beiden Co-Manager David Older und Rose Ouahba das Portfolio alleine.

Dabei leitet Older nunmehr den Aktienteil. Er stieß 2015 zu den Franzosen, seit 2017 ist er Aktienchef des Hauses. Den Anleihenteil wiederum verantwortet Ouahba seit 2007. Morningstar-Analystin Mara Dobrescu erkennt zwar an, dass sich unter Older die Auswahl der Einzeltitel verbessert habe. Allerdings sei Olders Laufbahn bei Carmignac noch zu kurz, um ein Urteil zu fällen.

Schwere Aufgabe
Bei der makro-ökonomischen Positionierung des Portfolios wiederum agiere das neue Duo zwar etwas konservativer als in früheren Zeiten. "Dennoch müssen die beiden erst beweisen, dass sie die neue Strategie über längere Zeit effektiv umsetzen können", schreibt Dobrescu in ihrer Analyse. Dabei stehen Older und Ouahba vor einer schweren Aufgabe.

Über die vergangenen drei Jahre habe der Patrimoine immer schlechter abgeschnitten als seine Vergleichsgruppe, resümiert die Morningstar-Expertin. Die jüngste Underperformance schmälere die langfristige Bilanz des einst erfolgreichen Fonds. Dies sei mit Blick auf den anvisierten Kapitalschutz besonders entttäuschend.

Als Gründe für das schwache Abschneiden nennt Dobrescu erstens die gemischten Ergebnisse im Aktienteil, zweitens habe sich die gewählte Absicherungsstrategie in steigenden Märkten als hinderlich erwiesen, und zuletzt habe das Management bei der Wechselkurs-Positionierung daneben getippt, insbesondere 2017 und 2018. (ert)