Die Berliner Digitalbank N26 hat zuletzt viel Kritik einstecken müssen. Georg Hauer, Chef für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei N26, lässt sich davon nicht unterkriegen und hat sich ein hohes Ziel gesetzt. Im Interview mit dem Tagesspiegel sagt er: "Wir sind mit 3,5 Milliarden Dollar Unternehmensbewertung in einer ansehnlichen Größe auch zur größten deutschen Bank. Wir haben die großartige Möglichkeit, als eine Berliner Bank in weniger als zehn Jahren die wertvollste deutsche Bank zu werden."

Der N26-Manager spielt damit auf die Deutsche Bank an, die trotz der massiven Kursverluste der vergangenen Monate mit rund 14,7 Milliarden Euro nach wie vor die am Börsenwert gemessen wertvollste Bank in Deutschland ist. Noch ist N26 selbst nicht an der Börse notiert. Hauer sagt im Interview, dass ein Börsengang eventuell in drei bis vier Jahren möglich wäre. Zuletzt ist die Digitalbank in der Schweiz gestartet, aus Hausers Sicht ein lohnender Markt: "In der Schweiz gibt es mehr Menschen, die mobil bezahlen als in Deutschland."

Generell sei der Kreis potenzieller Kunden riesig. "Wir sind schon jetzt nicht nur eine Bank für junge Menschen, sondern für technikaffine Menschen unabhängig vom Alter", widerspricht Hauer einem gängigen Klischee. Der typische N26-Kunde sei rund 32 Jahre alt. "Für die nächsten zwei Jahre werden wir uns weiter auf Angebote für die täglichen finanziellen Entscheidungen fokussieren. Aber in zehn Jahren wird auch das Kreditgeschäft anders aussehen", prognostiziert Hauer.

N26 gelobt Besserung im Kundenservice
Zuletzt schrieb die Berliner Digitalbank eher negative Schlagzeilen. Kriminelle hatten Kundenkonten geplündert, Kunden konnten in dringenden Fällen tagelang keinen Mitarbeiter erreichen, und auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat sich N26 bereits zur Brust genommen und bei einer Sonderprüfung Sicherheitsmängel gefunden. Zumindest die Service-Probleme hat die Digitalbank mittlerweile unter Kontrolle, sagt Hauser im Interview mit dem Tagesspiegel. (fp/ps)