Nach zehn Jahren Softclose: Spezialsituationen-Fonds öffnet wieder
Im Herbst 2016 drosselte der Würzburger Vermögensverwalter Knoesel & Ronge bewusst die Zuflüsse in seinen "Deutsche Aktien Spezial"-Fonds, um die Anlagestrategie nicht verwässern zu müssen. Ab sofort – bei einem um gut 100 Millionen Euro geschrumpften Portfolio – sind wieder Investments möglich.
Die Knoesel & Ronge Vermögensverwaltung hat den seit 2016 bestehenden Softclose für die beiden Retailtranchen ihres KR Fonds Deutsche Aktien Spezial aufgehoben. Damit sei der Fonds für Privatanleger wieder uneingeschränkt investierbar, teilt die Würzburger Investmentboutique mit. Der 2007 aufgelegte Fonds, der ausschließlich in deutsche Unternehmen investiert, konzentriert sich auf Sondersituationen wie Übernahmen oder Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge.
Der Softclose wurde im Herbst 2016 eingeführt, nachdem der Fonds über einen längeren Zeitraum erhebliche Mittelzuflüsse verbucht hatte. Seinerzeit verwaltete der Fonds gut 170 Millionen Euro, aktuell sind es rund 60 Millionen Euro.
"Aktuelle Opportunitäten"
"Ziel der Maßnahme war es, die Interessen der Bestandsanleger zu schützen und die konsequente Umsetzung einer fokussierten Anlagestrategie sicherzustellen", erläutert der Vermögensverwalter. Mittlerweile hätten sich die Rahmenbedingungen verändert, die Titel aus dem aktuellen Anlageuniversum seien ausreichend liquide. "Durch die Zunahme der M&A-Aktivität im deutschen Markt hat sich generell die Zahl attraktiver Sondersituationen wieder erhöht", heißt es in einer Mitteilung.
Vor diesem Hintergrund könne der Softclose in den Anteilsklassen für Privatanleger wieder aufgehoben werden. Damit könnten Anleger "wieder an aktuellen Opportunitäten wie Aktien mit Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag" partizipieren, sagt Portfoliomanager Markus Klaus.
"Potenzielle Nachzahlungsansprüche"
Wer nun einsteige, beteilige sich automatisch auch am "seit 2007 angesammelten, umfangreichen Nachbesserungsportfolio des Fonds", hebt Knoesel & Ronge hervor. "Diese potenziellen Nachzahlungsansprüche aus heute noch laufenden Spruchverfahren zu Bewertungen bei bereits abgeschlossenen Strukturmaßnahmen bergen zusätzliches Wertpotenzial."
Aufgehoben wurde der Softclose für die thesaurierende P-Tranche (ISIN: LU0310320758) sowie die ausschüttende Anteilsklasse A (LU0650635906). Für die institutionelle V-Tranche (LU0470728089) bleibt er weiterhin bestehen. (bm)















