12.000: Diese Zahl sollte man sich als deutscher Anleger merken. Sie beziffert nämlich die Menge an offenen Publikumsfonds, die laut Detlef Glow vom Analysehaus Refinitiv Lipper hierzulande zu­gelassen und investierbar sind. Das ist zum einen natürlich positiv zu werten, so findet sich so für jeden Geschmack der passende Anlagemix. Auf der anderen Seite kann aber allein die schiere Zahl der Fonds ­aufgrund ihrer Unüberschaubarkeit als Hemmschwelle für ein Investment wirken.

Was zählt, ist das Alpha
Der im Rahmen des FONDS professionell KONGRESSES jährlich verliehene DEUTSCHE FONDSPREIS gibt Portfolio-Suchenden eine wertvolle Orientierungshilfe an die Hand, werden über ihn doch nach objektiven Kriterien die besten aktiven Managementteams aller in Deutschland vertriebenen Fonds gekürt. Dazu wird das Fondsuniversum zunächst nach Kategorien geordnet. Ausgezeichnet werden ­jeweils nur jene Fonds, die über den fünfjährigen Beobachtungszeitraum hinweg positive Ergebnisse erwirtschaften.

Für die Berechnung werden zunächst alle potenziellen Siegerkandidaten anhand ihrer Ertrags- und Risikodaten gereiht. Die besten Fonds werden anschließend durch das Münchner Institut für Vermögensaufbau (IVA) auf Basis ihrer Anlagerichtlinien dahingehend untersucht, ob sie tatsächlich dank der Managerleistung einen Mehrwert in ihrer Anlagestrategie erzielen konnten oder ob sie lediglich aufgrund eines weiter gefassten Anlageuniversums besser abgeschnitten haben. Auf diese Weise werden Fonds, die kein erkennbares Alpha erzielt haben, zurückgereiht – auch dann, wenn ihre nackten Ertragsdaten besser sind als ­­jene anderer Fonds derselben Gruppe.

Beeindruckende Wertentwicklung
Trotz dieser enorm zugespitzten Kriterien haben es die Preisträger geschafft, zum Stichtag der Kür eine Outperformance von bis zu 62,9 Prozentpunkten gegenüber dem Feld der direkten Herausforderer hinzulegen. Gelungen ist dieser Höchstwert dem Squad Euro­pean Convictions aus dem Segment der europäischen Aktienfonds.

Doch was ist aus diesem Fonds und all den anderen Gewinnern des DEUTSCHEN FONDSPREISES in der Zwischenzeit geworden – insbesondere angesichts der Marktturbulenzen rund um die Covid-19-Pandemie? Konnten die Geehrten ihre herausragende Performance halten – beispielsweise im zuvor so starken Segment der europäischen Aktienfonds?

Quelle: Institut für Vermögensaufbau (IVA); * in Prozentpunkten über fünf Jahre per Stichtag der Auswertung für den DEUTSCHEN FONDSPREIS; alle anderen Performanceangaben in Prozent

Starke Nebenwerte
Diese Frage stellt sich nicht zuletzt, weil es sich "gerade in diesem Segment bei ­allen ausgezeichneten Teilnehmern um Nebenwertefonds handelt“, erklärt Andreas Ritter, Co-Vorstand des IVA. Aufgrund der damit anzunehmenden höheren Volatilität könnte man in Krisenzeiten mit stärkeren Abschlägen rechnen. Dennoch liegen die im ersten Halbjahr eingetretenen Verluste bei allen Siegern dieser Kategorie unter fünf Prozent. "In Relation zu seinen Mit­bewerbern erzielt vor allem der Comgest Growth Europe Smaller Companies mit  einem Ertrag von 3,1 Prozent im ersten Halbjahr ein gutes Ergebnis“, befindet IVA-Co-Vorstand Ritter. (hw)


Den vollständigen Artikel inklusive einer ausführlichen Analyse finden Sie in der Print-Ausgabe 3/2020 von FONDS professionell, die den Abonnenten dieser Tage zugestellt wird.