Der Markt für Öko- und Ethikinvestments in Deutschland hat im vergangenen Jahr die Marke von 500 Milliarden Euro überschritten. Das geht aus dem nun vorgelegten Jahresbericht des Fachverbands Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) hervor. Demnach steckten Ende 2021 insgesamt 501,4 Milliarden Euro in entsprechenden Fonds, Mandaten und anderen Anlagevehikeln. Das bedeutet ein Plus von rund 50 Prozent zum Vorjahr.

Besonders stark fiel das Wachstum bei den Privatanlegern aus, auf die mittlerweile rund 36 Prozent der Gesamtsumme entfallen. Das Volumen des von ihnen nachhaltig investierten Geldes hat sich auf Jahressicht mehr als verdreifacht. "Während institutionelle Investoren schon lange in dem Bereich aktiv sind und damit eine Vorreiterrolle eingenommen haben, wurden private Anlegerinnen und Anleger lange Zeit unterschätzt", erklärt FNG-Studienleiter Simon Dittrich. "Die wichtigste Triebfeder dabei war und ist in jedem Fall die Regulierung. Diese führte bereits dazu, dass nachhaltige Publikumsfonds viel breiter angeboten werden als früher."


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Zumindest zum Teil ist das starke Wachstum jedoch auf einen Sondereffekt zurückzuführen: Erstmals erfasste das FNG die Fonds als nachhaltig, die gemäß EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) als Artikel-8- oder Artikel-9-Produkt klassifiziert wurden. Dittrich räumte auf einer Pressekonferenz ein, dass mit einer Einstufung gemäß Artikel 8 oder 9 keine qualitative Aussage zur Nachhaltigkeit eines Fonds möglich sei. Die SFDR-Kategorisierung habe sich aber als Standard etabliert, wenn es darum gehe, den Markt gegenüber herkömmlichen Produkten abzugrenzen. (bm)