Die auf nachhaltige Geldanlagen spezialisierte GLS-Bank hat einen neuen Fonds gestartet, der auf die Aktien kleinerer und mittelgroßer Unternehmen setzt. Die Portfoliolenker investieren in Firmen, die bereits nachweislich nachhaltig wirtschaften oder sich glaubhaft auf den Weg machen, ihre Geschäftstätigkeit entsprechend neu auszurichten, teilt das Institut mit. Die eigens für den "BAUM Fair Future Fonds" (DE000A2JF709) aufgestellten Kriterien spiegeln die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sowie des Deutschen Nachhaltigkeitskodex wider.

Der Clou an dem neuen Portfolio: Die erfolgsabhängige Vergütung fließt dem gemeinnützigen Verein BAUM zu (Bundesdeutscher Arbeitskreis für umweltbewusstes Management). Dieser ist Mitinitiator des Fonds. Der Verein engagiert sich bereits seit 1984 für nachhaltiges, ressourceneffizienteres Wirtschaften. Die besagte Performance-Fee in Höhe von 15 Prozent wird fällig, wenn der Fonds einen Ertrag von mehr als sechs Prozent in einem Geschäftsjahr erzielt. Zudem muss eine High Watermark überschritten sein. Der Verein fördert mit diesem Geld Projekte, die sich für Kinder weltweit oder den Umweltschutz engagieren.

Mittelstand stärken
"Wir haben ein umfassendes, nachhaltiges Konzept entwickelt, das hält, was es verspricht", sagt Professor Maximilian Gege, Initiator des Fonds und Vorsitzender des Vereins BAUM. Die Portfoliomanager wählen die Unternehmen anhand von Positiv- und Negativkriterien aus. Ausgeschlossen sind unter anderem Kernenergie, die Herstellung von Suchtmitteln sowie fossile Brennstoffe, Arbeitsrechts- und Menschenrechtsverletzungen. Positiv gewertet werden Felder wie Gesundheit, nachhaltige Lebensmittel, nachhaltiges Bauen, Smart City und Schutz der Biodiversität.

Ein unabhängiger Nachhaltigkeitsbeirat entscheidet über die Aufnahme jedes einzelnen Titels in das Anlageuniversum. Der Beirat ist mit derzeit 14 Experten besetzt. "Geld muss in Unternehmen gelenkt werden, die Nachhaltigkeitsrichtlinien erfüllen oder erfüllen wollen", erläutert Beiratsmitglied Professor Ernst Ulrich von Weizsäcker die Idee. "Insbesondere der Mittelstand kann und muss auf diesem Weg gestärkt werden." Das Nachhaltigkeitsresearch für den Fonds übernimmt Green Growth Futura, eine Ausgründung des Vereins.

Mit acht Millionen am Start
Der BAUM Fair Future Fonds startet mit einem Volumen von rund acht Millionen Euro. Die GLS Bank steckte zum Start eigenes Geld in das Portfolio, heißt es in der Mitteilung. Die Genossenschaftsbank aus Bochum startete 2013 ihren ersten Publikumsfonds, den GLS Aktienfonds. Darauf folgte der GLS Alternative Investments – Mikrofinanzfonds und der GLS Klimafonds. Insgesamt verwaltet das Institut in den Portfolios ein Volumen von rund 300 Millionen Euro. (ert)