ING Investment Management (ING IM) hat am 14. Juli 2008 die Zulassung für den ING (L) Invest Africa & Middle East (LU0354743154) in Deutschland erhalten. Durch den ING (L) Invest Africa & Middle East haben Anleger Zugang zu den jungen Emerging Frontier

Markets (Grenzmärkten) des afrikanischen Kontinents sowie des Nahen Ostens. Ziel des Fonds ist ein langfristiger Kapitalzuwachs durch Investition in börsennotierte Unternehmen aus mindestens 15 dynamisch wachsenden Emerging Frontier Markets. Die noch wenig beobachteten Aktienmärkte dieser Region bieten große Chancen, durch Informationsvorsprünge überdurchschnittliche Renditen zu erzielen.

Kandidaten mit Aufholpotenzial

Afrika und der Nahe Osten etablieren sich als neue Anlageklasse innerhalb der Emerging Markets. Die Region erlebt derzeit einen bemerkenswerten wirtschaftlichen Aufschwung. Zwischen 2003 und 2007 wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dieser Region mit durchschnittlich 6,6 Prozent pro Jahr, während das Welt-BIP nur mit 4,8 Prozent jährlich zulegte.

Lukrative Rohstoffe

Den wirtschaftlichen Boom verdanken die Länder vor allem zwei Faktoren: Erstens den erfolgreichen, politischen und wirtschaftlichen Reformen und zweitens dem immensen Zufluss von Kapital in den letzten Jahren. Viele afrikanische und arabische Staaten werden inzwischen demokratisch regiert. Zudem sind die Einnahmen aus den Rohstoffvorkommen der Region stark gestiegen. Afrika und der Nahe Osten kontrollieren 70 Prozent der weltweiten Ölreserven, 48 Prozent der Gasvorkommen sowie 50 Prozent der Goldreserven.  

Der anhaltende weltweite Rohstoffboom hat zu hohen Leistungsbilanzüberschüssen geführt, welche die Länder für öffentliche und private Investitionen in den Immobiliensektor, in Infrastruktur- und Tourismus-Projekte sowie zur Ankurbelung des inländischen Konsums genutzt haben. "Die Aktienmärkte der Region haben sich seit 2002 rasant entwickelt", sagt Co-Fondsmanager William Pang zu den Kapitalmärkten in Afrika und im Nahen Osten. Die Marktkapitalisierung betrage inzwischen mehr als zwei Milliarden US-Dollar, was mit dem Volumen von Lateinamerika und Osteuropa vergleichbar sei."

Pang, der den ING (L) Invest Africa & Middle East Fonds zusammen mit Jan-Wim Derks, Leiter des Global Emerging Markets Equity Team, managt, filtert aus dem Anlageuniversum von rund 1.520 Unternehmen nach strengen Liquiditätskriterien zunächst circa 150 Aktien heraus. Auf Basis eines fundamentalen Bottom-up-Ansatzes in Kombination mit einer makroökonomischen und Sektor-Analyse werden die selektierten Unternehmen bewertet und die attraktivsten Titel - zwischen 40 und 60 Aktien - in das Portfolio aufgenommen.

Für die Aktienauswahl in diesen informationsineffizienten Märkten setzt das Team um Pang und Derks auf primäre Informationen und regelmäßige Besuche vor Ort. Darüber hinaus verfügt ING IM mit 16 lokalen Präsenzen in den Emerging Markets über ein umfangreiches Netzwerk von Spezialisten, die mit ihrer geographischen Nähe zu den Unternehmen und Märkten das Fondsresearch optimal unterstützen.

Länder im Fokus

Aktuell investiert der Fonds in die liquideren Märkte der Region, wie Ägypten, Kuwait, Marokko, Südafrika, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate (mit Dubai und Abu Dhabi). Langfristig ist es jedoch das Ziel des Fondsmanagements, auch die noch weniger entwickelten Märkte, wie zum Beispiel Bahrain, Jordanien, Saudi Arabien oder Senegal, ins das Portfolio aufzunehmen.

Nigeria hat beispielsweise im vergangenen Jahr eine Rendite von 72,6 Prozent erzielt und gehört auch im laufenden Jahr zu den renditestärksten Märkten der Region. Auch Marokko, dessen Wachstum vor allem aus dem Agrarsektor und dem verarbeitenden Gewerbe resultiert, hält das Fondsmanagement aktuell für attraktiv. Mit einem Wertzuwachs von 170 Prozent seit 2006 ist Marokko einer der am besten performenden Märkte der Welt. Die größten Länderpositionen im Fonds bilden derzeit die Vereinigten Arabischen Emirate mit 35,41 Prozent, gefolgt von Ägypten mit 16,66 Prozent auf Platz 2.

Finanztitel machen derzeit mit 49,42 Prozent die größte Position im Fonds aus (alle Zahlen per 30.06.2008). Trotz des wirtschaftlichen Aufstiegs der Region sind die Märkte - wirtschaftlich oder politisch bedingten - Kursschwankungen ausgesetzt. Die größte Herausforderung dieser Länder ist es, die politische und wirtschaftliche Stabilität weiter zu festigen. "Die Rohstoffeinnahmen, die Tag für Tag in den Haushalt gespült werden, müssen auch weiterhin sinnvoll verwendet werden, etwa für Infrastruktur und Bildung", so Fondsmanager Pang.

Doch die Länder sind auf einem guten Weg, so zahlte zum Beispiel Nigeria als erstes afrikanisches Land seine kompletten Auslandsschulden zurück. Da die Investoren an den Aktienmärkten in Afrika und im Nahen Osten hauptsächlich aus der Region selbst kommen, sind diese Märkte mit den Aktienmärkten in den USA oder Europa nur gering korreliert. Mit einer Beimischung der neuen Emerging Frontier Markets können Anleger ihre Portfolios somit weiter diversifizieren. (ir)