Mit Hilfe von Big Data können Algorithmen menschliche Emotionen durchschauen und verhindern, dass diese dem Anlageerfolg in die Quere kommen. Das Multi-Asset-Team von NN Investment Partners (NNIP) will sich diese Technologie verstärkt zunutze machen. "Wir wollen die Fähigkeiten von Mensch und Maschine optimal kombinieren", sagt Portfoliomanager Mark Robertson. "Mit Hilfe statistischer Methoden schätzen wir ab, ob die eingehenden Daten sinnvolle Informationen für das Instrumentarium enthalten, mit dessen Hilfe wir unsere Anlageentscheidungen treffen."

Das Multi-Asset-Team nutzt etwa digitale Nachrichten und Social-Media-Feeds, die mit Textanalysetechniken in Indizes umgewandelt werden. So wollen die Anlagespezialisten die Stimmung in unterschiedlichen Marktsegmenten in Echtzeit ermitteln. "Bereits seit langem wird versucht, die Stimmung der Märkte einzuschätzen. Durch das Aufkommen der sozialen Medien, durch lernfähige Algorithmen und die Fähigkeit, große Datenmengen praktisch in Echtzeit zu verarbeiten, stehen heute jedoch ganz neue Wege offen", erklärt Robertson.

Schutz vor dem eigenen Gehirn
NNIP kombiniert maschinelle Daten mit Studien und Erkenntnissen der hauseigenen Strategen und Portfoliomanager. Am Ende soll ein stimmiges Szenario für die Entwicklung an den Finanzmärkten stehen. "Ein solches Instrumentarium bietet unter anderem den Vorteil, dass es vor bekannten, ungünstigen Verhaltensweisen schützt – nicht nur vor irrationalem Überschwang und übermäßigem Selbstvertrauen, sondern auch vor Furcht und Verlustaversion", sagt Robertson. Er ist überzeugt: Die Disziplin der Maschinen verbessert die Prognosefähigkeit der Menschen. (fp)