Die Sutor Bank und das Fintech JT Technologies haben Anfang Oktober gemeinsam einen neuen Online-Broker aus der Taufe gehoben – und fachen damit den Preiskampf in der Branche an. Denn das Besondere an Justtrade: Der Wertpapierhandel ist komplett kostenfrei. Der Broker erhebt nach eigenen Angaben als erster Anbieter in Deutschland keine Depotgebühren, Orderprovisionen und Fremdkostenpauschalen.

Die Gesellschaft finanziert sich unter anderem aus Rückvergütungen von Handelspartnern, etwa Bestandsprovisionen, wie FONDS professionell ONLINE auf Anfrage erfuhr. Zudem dürften die Spreads, also die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreis, eine weitere Einnahmequelle sein.

Lange Handelszeiten
Justtrade wird nach eigenen Angaben zum Start den Handel mit mehr als 500.000 Wertpapieren wie Aktien, Indexfonds (ETFs), Zertifikaten, Optionsscheinen und Hebelprodukten anbieten. Gehandelt werden kann an den beiden deutschen Börsen LS Exchange und Quotrix sowie im außerbörslichen Direkthandel mit Emittenten. Der Handel ist täglich von 7.30 bis 23 Uhr möglich. 

Bei Justtrade ist die in Frankfurt ansässige JT Technologies für das Brokerage verantwortlich, die Sutor Bank kümmert sich um die Konto- und Depotführung. Damit betreut die Hamburger Bank aktuell 16 Fintechs aus den Bereichen Banking und Zahlungen, Sparen und Investieren, Kredit und Krypto/Blockchain. 

Erfahrene Köpfe
"Wir haben mit der Sutor Bank einen perfekten Partner gefunden, um dieses innovative Angebot in Deutschland zu starten und so die Wertpapierkultur zu stärken", lässt sich Ralf Oetting zitieren, Geschäftsführer und einer der Gründer von JT Technologies.

"Das Angebot ist auch für diejenigen Anleger interessant, die bisher aufgrund der hohen Gebühren davor zurückgeschreckt sind. Die intensive Arbeit in den letzten Wochen hat sich gelohnt, so dass wir das echte, volldigitale Null-Euro-Angebot pünktlich zum 1. Oktober starten konnten", ergänzt Michael B. Bußhaus, ebenfalls Geschäftsführer und Gründer der Gesellschaft. Beide sind im Markt keine Unbekannten – als ehemalige Geschäftsführer der Onvista Bank bringen sie mehr als 20 Jahre Brokerage-Knowhow mit.

Preiskampf auch am US-Brokerage-Markt
Auch in den USA herrscht ein Preiswettkampf unter den Online-Brokern. So hat Fidelity Investments nun angekündigt, keine Gebühren mehr für den Online-Kauf und -verkauf von Aktien, ETFs und Optionen zu verlangen. Zugleich bietet der Anbieter höhere Zinsen für Barguthaben, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Andere Gesellschaften hatten bereits vorgelegt und ihre Provisionen und Gebühren auf Null gesenkt, um Kunden anzulocken.

Die in Boston ansässige Firma ist mit fast 22 Millionen Konten der größte Online-Broker der Vereinigten Staaten. In einer neuer Marketing-Offensive wirbt sie damit, dass Privatkunden auf der Basis der Renditen vom 8. Oktober eine Verzinsung von 1,58 Prozent auf ihre Bargeldguthaben erhalten, die automatisch in einen Geldmarktfonds überführt werden. Das übertreffe die bei der Konkurrenz gebotene Verzinsung, teilte die Gesellschaft mit. (jb)