Das frisch fusionierte deutsch-französische Fondshaus Oddo BHF Asset Management vereinheitlicht nicht nur die Namen seiner Produktpalette, sondern passt bei einigen Fonds auch die Gebühren an. So hebt das Haus beim rund 440 Millionen Euro schweren BHF Flexible Allocation FT zum 1. August die Verwaltungsgebühr von 1,5 auf 1,6 Prozent an. Der Anbieter bestätigte entsprechende Informationen von FONDS professionell ONLINE. Dies diene der "Harmonisierung der Gebührenpolitik", hieß es.

Die Änderungen betrifft Vehikel von Frankfurt-Trust, dem Asset Manager der BHF-Bank. Diese wurde 2016 von der französischen Privatbank Oddo übernommen. Im Oktober 2017 gab das Haus dann bekannt, Frankfurt-Trust in die eigene Fondssparte integrieren zu wollen. Zuvor hatte die Führungsspitze um Institutschef Philippe Oddo noch über einen Weiterverkauf der Investmenteinheit nachgedacht. Die Marke Frankfurt-Trust geben die neuen Eigner auf – was nun in der Umfirmierung des gesamten Fondssortiments mündet.

Mischfonds-Flaggschiff mit Option auf Erfolgsgebühr
Im Zuge der Verschmelzung benannte der Anbieter bereits das mehr als 460 Millionen Euro schwere Multi-Asset-Flaggschiff BHF Total Return FT in Oddo BHF Polaris Moderate um. Zudem räumt sich Oddo BHF ab dem 1. Oktober die Option ein, eine zusätzliche Anteilsklasse aufzulegen, die mit einer erfolgsabhängigen Vergütung versehen werden kann.

Diese kann zehn Prozent der Mehrrendite gegenüber dem Vergleichsmaßstab betragen. Beim BHF Total Return alias Polaris Moderate ist das der Geldmarktsatz Eonia plus zwei Prozentpunkte. Die Gebühr soll abhängig vom Erreichen neuer Höchststände sein (High Watermark). Ob eine entsprechende Anteilsklasse eingeführt und ob bei dieser im Gegenzug die fixe Verwaltungsgebühr gesenkt wird, sei noch nicht entschieden. Die Option auf eine Anteilsklasse mit Performance-Fee räumte sich das Haus bei zwei weiteren Produkten ein, und zwar dem Oddo BHF Algo Europe (früher FT EuropaDynamik) und dem Oddo BHF Algo Global (früher FT GlobalDynamik). Die beiden Aktienstrategien werden nach einem quantitativen Ansatz gesteuert. Die Benchmarks sind hier der Stoxx 600 und der MSCI World.

Ob noch bei weiteren Fonds eine erfolgsabhängige Vergütung ermöglicht oder die Verwaltungsgebühr angefasst werden soll, wollte der Asset Manager mit Verweis auf laufende Genehmigungsverfahren der Regulierer nicht mitteilen. Der Verweis auf eine "Harmonisierung der Gebührenpolitik" lässt jedoch vermuten, dass entsprechende Pläne existieren.

Multi-Asset-Palette unterm Nordstern
Im Zuge der Verschmelzung von Frankfurt-Trust und Oddo BHF AM will das Unternehmen nach und nach die gesamte Produktpalette des Hauses vereinheitlichen. So sollen alle Multi-Asset-Fonds den Seriennamen "Polaris" führen. Die Marke Polaris erinnere an den Nordstern, der als Orientierungsmarke zur Navigation diente, erläutert der Anbieter. Neben dem bereits umgetauften BHF Total Return FT heißt der BHF Value Balanced FT künftig Oddo BHF Polaris Balanced. Auch der BHF Value Leaders FT und der BHF Flexible Allocation FT sollen entsprechende Namen erhalten, teilte die Gesellschaft auf Nachfrage von FONDS professionell ONLINE mit.

Das Haus führte mit Wirkung zum 15. Juni den neuen Firmennamen bei einigen Fonds ein. So heißt das Aktien-Flaggschiff des Anbieters statt FT Frankfurt Effekten-Fonds nunmehr Oddo BHF Frankfurt-Effekten-Fonds, der FT AccuZins entsprechend Oddo BHF AccuZins. Einige Bezeichnungen positionieren die Franzosen auch für den europaweiten Vertrieb. So heißt der FT EuroZins K fortan Oddo BHF Euro Short Term Bond und der FT AccuGeld nunmehr Oddo BHF Money Market. (ert)