Ist da etwa ein neuer Stern am Himmel der nachhaltigen Mischfonds aufgegangen? Der Eindruck drängt sich durchaus auf, wenn man die Wertentwicklung des vor gut drei Jahren aufgelegten ESG-Mischfonds Ökobasis One World Protect anschaut: Vom Start weg hat er sich unter den Top-Portfolios seiner rund 1.200 Fonds umfassenden Vergleichsgruppe etabliert. Über den Weg dorthin haben wir mit Lothar Antz, Geschäftsführer der Ökorenta Luxemburg und Initiator des Fonds, gesprochen.


Herr Antz, die Behauptung, man beschreite mit seinem Fonds neue Wege, ist schnell aufgestellt. Aber mal Hand aufs Herz: Was macht das Konzept des Ökobasis One World Protect denn so anders im Vergleich zu anderen Nachhaltigkeitsfonds?

Lothar Antz: Die Themen Nachhaltigkeit und ESG sind heute in aller Munde. Ich glaube aber, dass einer der wichtigsten Erfolgsaspekte für die Umsetzung einer wirklich nachhaltigen Investmentstrategie die Glaubwürdigkeit des dahinter stehenden Konzepts darstellt. Von daher ist es aus meiner Sicht zu begrüßen, dass inzwischen vermehrt kritische Nachfragen nach so etwas wie 'Greenwashing' einerseits beziehungsweise Echtheit und Glaubwürdigkeit andererseits gestellt werden. Ohne klüger als andere erscheinen zu wollen, aber das war uns im Grunde schon klar, als wir mit dem Fonds vor gut drei Jahren gestartet sind. Deshalb haben wir uns damals entschieden, wirklich neue Wege zu gehen bei der Umsetzung eines Nachhaltigkeitsfonds. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass uns das in mehrfacher Hinsicht gelungen ist.

Aber was heißt das konkret?

Antz: Zum einen können wir mit Fug und Recht behaupten, dass der Ökobasis One World Protect das erste Produkt ist, das die sogenannten "Sustainable Development Goals", sprich die als SDG abgekürzten Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, in seine Anlagestrategie integriert hat. Zum anderen haben wir den Fonds von Beginn an als gemeinsames Projekt von drei erfahrenen Partnern konzipiert: Ökorenta als Fondsinitiator, Grohmann & Weinrauter als Fondsmanager und die Steyler Ethik Bank als Nachhaltigkeitsberater. Damit waren von Anfang an Vertreter der Bereiche Nachhaltigkeit, Asset Management und Vertrieb am Tisch, wodurch alle relevanten Aspekte berücksichtigt werden konnten, weil jeder seine besondere Kernkompetenz mit einbringt. Von daher sehen wir uns mit dem One World Protect schon in einer echten Vorreiterrolle.

Eine Ansicht, die offenbar auch von unabhängiger Seite geteilt wird. Der Fonds wurde drei Jahre nach seiner Auflegung mit gleich fünf Sternen von Morningstar bedacht.

Antz: Fünf Sterne bei Morningstar sind natürlich so etwas wie die Krönung für unser Konzept. Wobei das dreistufige Nachhaltigkeitsmodell der Steyler Ethik Bank schon davor dazu geführt hatte, dass der Ökobasis One World Protect sowohl das FNG-Siegel in Deutschland als auch das österreichische Umweltzeichen und das Luxemburger LuxFlag-Siegel erhalten hat. Ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk erreichte den Fonds zudem bereits im November: Das Analysehaus Morgen & Morgen hat dem Fonds den "Sustainable Award in Finance 2020/2021" in den Kategorien Umwelt sowie Soziales verliehen. Dabei hat nicht die gute Performance unseres Fondsmanager Grohmann & Weinrauter die entscheidende Rolle gespielt, sondern die konsequent nachhaltige Herangehensweise der Steyler Ethik Bank.

"Konsequent" ist ein großes Wort. Woran machen Sie das fest?

Antz: Unser Fonds gehört in der Peergroup global und flexibel anlegender Euro-Mischfonds nicht nur über ein Jahr und drei Jahre zu den Top-Ten, mit einem Wertzuwachs um knapp 15 Prozent sind wir auch ins neue Jahr gut gestartet und liegen vor der Peergroup und dem Vergleichsindex. Um auf diese Art in Aktienmärkten zu punkten, die nahe ihrer Allzeithochs notieren, braucht es zum einen ein ausgeprägtes Chancenmanagement, um systematisch in die dynamische Kursentwicklung von echten Gewinneraktien zu investieren. Im vergangenen Jahr waren das im Fall des Ökobasis One World Protect Unternehmen wie zum Beispiel Plug Power und Tesla. Man braucht aber darüber hinaus ein genauso gut funktionierendes Risikomanagement ...

… mit dessen Ergebnissen Sie offenbar genauso zufrieden sind?

Antz: Durchaus, denn unser Risikomanagement hat sich nicht nur im schwierigen Jahr 2018 bewährt, auch während des Corona-Crashs haben wir zeigen können, dass es gut funktioniert, als wir die Aktienquote im Frühjahr auf 40 Prozent deutlich reduziert haben, um diese anschließend wieder konsequent hochzufahren auf heute wieder etwas über 70 Prozent. Die restlichen 30 Prozent halten wir sozusagen als trockenes Pulver in erstklassigen Anleihen und Cash.

Seit kurzem gibt es den zweiten Fonds aus Ihrem Haus. Was unterscheidet den und wofür braucht man ihn überhaupt?

Antz: Wir haben uns für den Mitte Dezember aufgelegten Ökobasis SDG Investments for Future neben dem bewährten Team aus Grohmann & Weinrauter und der Steyler Ethik Bank mit einem weiteren renommierten Partner zusammengetan und werden von der Luxemburger GAAM Global Asset Advisors & Management als Co-Initiator unterstützt. Der wesentliche Unterschied zum Ökobasis One World Protect besteht darin, dass der neue Fonds den Umfang des investierbaren Anlageuniversums nochmals deutlich reduziert und im Grunde den Anspruch der Nachhaltigkeit auf eine Spitze treibt.

Inwiefern?

Antz: Für den Ökobasis SDG Investments for Future können nur noch 60 Aktien aus einem Universum von mehr als 10.000 gekauft werden. Das sind die Aktien mit den höchsten SDG-Scorings, möglichst breit verteilt auf die einzelnen SDG-Ziele der Vereinten Nationen. Unter finanzmathematischen Gesichtspunkten besteht dadurch der wesentliche Unterschied des neuen Fonds darin, dass er nicht wie der inzwischen etablierte Ökobasis One World Protect von einem Chancen- und einem Risikomanagement gesteuert wird, sondern im Prinzip zwei Risikomanagement-Systeme gleichzeitig einsetzt. Daraus folgen weniger Handelsumsätze und eine geringere Konzentration der Assets in einzelnen Branchen. Das sollte vor allem zu noch weniger Volatilität und noch geringeren Drawdowns führen. Im Prinzip ist der neue Fonds so etwas wie die defensivere SDG-Alternative.

Wir danken für das Gespräch. (hh)