One Group/Soravia: Gläubiger akzeptieren Aufschub
Die One Group kann vier Anleihen mit insgesamt acht Tranchen der Serie Proreal Secur trotz schon gezogener Verlängerungsoptionen nicht rechtzeitig zurückzahlen und bat ihre Gläubiger um Aufschub von Laufzeit und Zinszahlung.
In den Jahren 2020 bis 2024 hat die One Group, eine deutsche Tochtergesellschaft des österreichischen Immobilienkonzerns Soravia, eine Serie von Anleihen begeben. Über die vier Inhaberschuldverschreibungen Proreal Secur 1 bis 4 wurden in insgesamt acht Tranchen rund 50 Millionen Euro eingesammelt und an die Zwischengesellschaft SC Finance Three weitergereicht, die ihrerseits Darlehen zur Finanzierung von Bauprojekten der Soravia Group ausreichte.
Mit Verweis auf die Marktverwerfungen im deutschen und österreichischen Immobilienmarkt seit dem Ukraine-Krieg und der Zinswende sah sich die One Group genötigt, die Laufzeiten der Anleihen per Gläubigerbeschluss zu verlängern. Auf entsprechenden Versammlungen am Dienstag und Mittwoch vergangener Woche (17./18.3.) stimmten die Gläubiger über Änderungen der jeweiligen Anleihebedingungen ab.
Die One Group hat ihre Beschlussvorlagen durchbekommen
Die One Group teilte Ende vergangener Woche mit, dass in sieben von acht Gläubigerversammlungen das für eine Beschlussfähigkeit erforderliche Präsenzquorum von mindestens der Hälfte der ausstehenden Schuldverschreibungen erreicht wurde und die Beschlussvorlage mit jeweils mehr als der notwendigen drei Viertel der anwesenden Stimmrechte angenommen wurde. Lediglich bei der Gläubigerversammlung der 6,5-Prozent-Tranche der Proreal Secur 2 war das erforderliche Quorum von 50 Prozent der Stimmen, um beschlussfähig zu sein, nicht zusammengekommen.
Alle anderen Anleihen haben jetzt eine einheitliche Laufzeit bis Ende 2029, die jeweiligen Schuldnerinnen können sie jedoch nach ihrem Ermessen zwei Mal um je ein Jahr, also gegebenenfalls bis Ende 2031 verlängern. Ebenfalls ist es jetzt dem Ermessen der Emittentinnen anheimgestellt, ob sie während des Verlängerungszeitraums Zinszahlungen vornehmen oder sie auf das Datum der Endfälligkeit verschieben.
Nicht alle waren einverstanden
Bei der Tranche, deren Gläubigerversammlung für nicht beschlussfähig erklärt wurde, kam es im Vorfeld der Versammlung zu Gegenanträgen. Ein Zusammenschluss dreier Gläubiger, darunter zwei Stiftungen, lehnte die Laufzeitverlängerungen und die Zinsstundungen ab. Sie begründeten den Schritt mit der fehlenden Transparenz über die Liquiditätslage der Schuldnerin SC Finance Three, die zudem Schuldnerin weiterer One-Group-Gesellschaften ist, ohne dass klar wäre, ob die anderen Gläubigergesellschaften vergleichbaren Stundungsersuchen ausgesetzt sind.
In einem Antrag auf Ergänzung der Tagesordnung forderten sie Aufklärung über die genauen Zeitpunkte von Darlehensvertrag und Darlehensausreichung an die SC Finance Three und "ob bereits bei Emission der Anleihe feststand, dass die Mittel ausschließlich an diese eine Gesellschaft ausgereicht werden – was im Widerspruch zum im Memorandum dargestellten Blindpool-Charakter stünde". (tw)















