Der Vermögensverwalter Taunus Trust aus Bad Homburg hat einen weltweit investierenden Aktienfonds aufgelegt. Der TT Contrarian Global wird von Peter E. Huber und seinen beiden Co-Managern David Meyer und Norbert Keimling verantwortet. Dieses Trio betreut auch den vermögensverwaltenden Fonds Huber Portfolio SICAV.

Huber nennt mehrere Gründe dafür, ausgerechnet jetzt einen Fonds aufzulegen, der antizyklisch in Aktien anlegt. "Value-Aktien waren niemals attraktiver bewertet als heute", heißt es in seiner Präsentation zum Fonds. Zudem gebe es in vielen Benchmarks und ETFs unterschätzte Klumpenrisiken. So stehen US-Aktien für mehr als 60 Prozent der Ländergewichtung im Weltindex MSCI AC World. "Dies birgt Risiken und lässt Raum für Enttäuschungen", warnt Huber. "Eine echte Diversifikation ist nicht gegeben." In seinem neuen Fonds stehen die USA aktuell nur für knapp zehn Prozent der Allokation.

Viel China, wenig USA
Insgesamt seien Aktien zwar hoch bewertet, das liege aber insbesondere an den US-Technologietiteln. "Die meisten Aktienmärkte notieren in der Nähe ihres fairen Wertes", konstatiert der langgediente Fondsmanager. Viele Indizes seien nach einer mehr als 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung erst vor Kurzem nach oben ausgebrochen. "Es besteht sogar die Möglichkeit, dass eine explosive Mischung aus fehlendem Zins, fortschreitender Geldentwertung, lockerer Notenbankpolitik und schuldenfinanzierten Fiskalprogrammen zu einem massiven Überschießen der Aktienkurse in bisher nicht vorstellbare Kurshöhen führen wird", meint Huber.

Im TT Contrarian Global setzen Huber und seine Kollegen auf Aktien, die – festgemacht an verschiedenen Kennzahlen – über 50 Prozent günstiger bewertet sind als der breite Markt. Chancen wittert das Trio unter anderem bei einigen Energie- und Minenunternehmen, deren Produkte für die Energiewende benötigt würden. "Aufgrund strenger ESG-Vorschriften fließt fast kein Geld mehr in die Erschließung neuer Vorkommen", berichtet Huber. "Die sich abzeichnenden Angebotsdefizite könnten die Preise massiv nach oben treiben. Eine echte antizyklische Chance, die wir mittels Engagements in den entsprechenden Aktien nutzen wollen." Auch in China wird Taunus Trust fündig – aktuell stammt fast jede fünfte Aktie im Portfolio aus der Volksrepublik.

Keine erfolgsabhängige Vergütung
Die laufenden Kosten der Privatanleger-Tranche (ISIN DE000A3CRQ67) betragen 1,4 Prozent im Jahr. Eine erfolgsabhängige Vergütung fällt nicht an. Der Fonds, der mit einem Volumen von 22 Millionen Euro startet, sei bereits über die meisten Plattformen handelbar, teilt Tanus Trust mit. (bm)