"Die Märkte preisen aktuell eine Rezession ein", schreibt Value-Investor Peter E. Huber, Geschäftsführer von Huber Portfolio, in einer Markteinschätzung. Die Inflationserwartungen hätten sich deutlich zurückgebildet, Frühindikatoren wie Einkaufsmanager-, Konsumklima- und Geschäftsklimaindizes seien eingebrochen, der Kupferpreis, alias "Dr. Copper", habe mehr als 30 Prozent abgegeben. "Entsprechend gab es in den letzten Wochen herbe Kursverluste bei zyklischen Aktien sowie den Energie- und Rohstoffwerten", so Huber, der als Fondsmanager bei Taunus Trust den antizyklischen vermögensverwaltenden Mischfonds Huber Portfolio und den antizyklischen Aktienfonds TT Contrarian Global verantwortet.

Die Kursverluste seien kein Wunder, schließlich sei die Stimmung an der Börse im Keller. "Die Sentimentindikatoren geben inzwischen klare Kaufsignale", stellt Huber fest. "Es kann gut sein, dass wir uns bereits in einer Rezession befinden." Seine Einschätzung: "Zahlreiche Aktien aus den oben genannten Bereichen sind inzwischen spottbillig und laden zum Einstieg ein."

Aktien vs. Anleihen
Selbst wenn sich Unternehmensgewinne und Dividenden halbieren würden, wären Aktien nach Hubers Ansicht noch alternativlos im Vergleich mit zehnjährigen Bundesanleihen, die gerade mal ein Prozent Rendite abwerfen – bei einer Inflationsrate von acht Prozent.

"Insofern haben wir angefangen, bei einem Dax-Stand von unter 13.000 günstige Aktien einzusammeln. Die Aktienquote in unserem Mischfonds stieg dadurch von 66 auf 73 Prozent", erläutert Huber. "Wir halten also noch genug Pulver trocken, um auch weitere mögliche Kursrücksetzer nutzen zu können." Energie- und Rohstoffaktien gehörten dabei zu seiner ersten Wahl. "Nach unserer Einschätzung stehen wir aufgrund von Politikfehlern vor einer veritablen Energiekrise mit deutlich weiter steigenden Öl- und Gaspreisen. Und viele Rohstoffe werden für den Ausbau alternativer Energien dringend benötigt", meint Huber. (aa/ohm)