Die Einkaufsmanagerindizes wichtiger europäischer Länder und in den USA haben zuletzt geschwächelt. Gleichzeitig signalisieren die Notenbanken aber ihren Willen, den rekordlangen Konjunkturzyklus durch geldpolitische Lockerungen und Zinssenkungen weiter aufrecht zu erhalten. In diesem Umfeld, wo die Richtung schwer einzuschätzen ist, würde ein Investment in Wandelanleihen "absolut Sinn machen", meint Lee Manzi, Fondsmanager des Jupiter Global Convertibles Sicav. "Wenn sich die Wirtschaft schrumpft oder sich verlangsamt, dann will man einen Downside-Unterstützung. Wenn die Notenbanken hingegen den Zyklus verlängern, ist man dann auch auf der Upside exponiert", sagt Manzi im Gespräch.

Zuversicht "ein Rätsel"
Die Investoren würden momentan hohes Selbstvertrauen signalisieren, zumindest wenn man die niedrige Notierung der Volatilitätsindizes betrachtet. Natürlich würden die Notenbanken durch ihre Signale zur Ruhe beitragen. Ein gewisses Rätsel sei diese Zufriedenheit aber schon, denn die tatsächliche individuelle Aktien-Volatilität sei de facto ziemlich hoch. "In den vergangenen Berichtssaisonen hat man stets sehr hohe Ausschläge bei den Aktienkursen gesehen, so bald Unternehmen ihre Ziele verfehlt haben", so Manzi. Das könne als Zeichen für einen nervösen Investorenkreis interpretiert werden.

In den vergangenen Jahrzehnten hätten Wandelanleihen ihre Qualität vor allem darin gezeigt, dass sie aktienähnliche Erträge bei viel geringerer Volatilität geliefert haben (siehe Grafikstrecke). Auch das dürfte die Investoren in ungewissen Zeiten wieder interessieren, sagt der Portfoliomanager. Jupiter betrachte Wandler deshalb auch als "konservatives Aktieninvestment". Die langfristige Korrelation mit dem Aktienmarkt liege bei 0,8 und bei 0,3 zum Anleihenmarkt. "Daher sehen wir diese Assetklasse näher bei den Aktien", so Manzi. Andere Investoren sehen Wandelanleihen hingegen als alternative Investments oder Fixed Income. Die schwierige Einstufungsfrage könnte mit ein Grund sein, warum Wandelanleihen bei Investoren ein Nischendasein fristen, glaubt Manzi.

"Leichter Anomalien finden"
Convertibles seien mit einem ausstehenden Gesamtwert von 450 Milliarden US-Dollar ein vergleichsweise kleiner Markt. "Das kann ein zweischneidiges Schwert sein: Einerseits finden manche Kunden, es sei nicht wert über einen kleineren Markt nachzudenken. Andererseits finden wir dadurch als Manager aber viel häufiger Anomalien, die wir ausnutzen können, als am Aktien- oder Anleihenmarkt", so Manzi. (eml)