Das aktuelle IVFP-Rating "KV-Unternehmensqualität 2020" bewertet insgesamt 32 deutsche private Krankenversicherer. Die Spitzengruppe mit der Höchstnote "exzellent" verkleinerte sich von sechs auf fünf Akteure, da die Alte Oldenburger diesmal nur "sehr gut" beurteilt wurde: DEVK, LVM, Provinzial, R+V und Signal Iduna.

Anders als noch beim Rating vor zwei Jahren werden die Ratingnoten nicht mehr analog zu Schulnoten vergeben, sondern nur noch mit Gesamtprädikat. Veröffentlicht werden traditionell weiterhin nur "exzellente" Anbieter (aktuell fünf Gesellschaften) und "sehr gute" Anbieter (aktuell 18). Ungenannt blieben neun weitere Krankenversicherer.

Marktführer schaffen keine Bestbewertung
Die Marktgrößen schafften durchweg keine Bestbewertung. Immerhin kamen die vier nach Beitragseinnahmen größten Akteure – Debeka, DKV, Allianz und Axa – durchweg auf eine "sehr gute" Bewertung.

Da es sich bereits um das siebte Folgerating dieser Art handelt, konnten die Analysten des IVFP auf Zeitreihen und Erfahrungswerte zurückgreifen, in deren Verlauf sich die Kompetenz eines Versicherers immer deutlicher zeigt – oder eben nicht.

Entscheidung für PKV will gut überlegt sein
Einen Überblick zu bekommen, welche Anbieter aus Unternehmenssicht überzeugen, um auf der Suche nach dem passenden Gesundheitsschutz nicht zu straucheln, wird durch solche Ratings für Berater und Kunden erleichtert. Schließlich geht man mit der Entscheidung für einen PKV-Anbieter meist eine lebenslange Liaison ein, die nur in Ausnahmefällen (etwa Einkommensrückfall unter die Versicherungspflichtgrenze) und oft unter Schmerzen (Verlust der Altersrückstellungen bei Kündigung) geschieden werden kann.

"Niedrige und möglichst stabile Beiträge sind den meisten Verbrauchern extrem wichtig", so IVFP-Geschäftsführer Michael Hauer. "Nur ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen mit einer kompetenten Kapitalanlagepolitik ist in der Lage, mögliche Beitragsanpassungen in moderater Form an seine Kunden weiterzugeben."

Zur Methodik und zu Ergebnissen weiterer PKV-Marktuntersuchungen
Insgesamt hat das IVFP 210 Punkte anhand von 23 Kriterien vergeben, aufgeteilt in die Qualitätsbereiche Stabilität, Sicherheit, Ertragskraft und Markterfolg. Dabei werden nur Werte untersucht, die sich aus den Zahlenwerken der Versicherer (bis hin zum Konzernbericht einer Gruppe) und aus öffentlich zugänglichen Quellen (Geschäftsbericht, Bafin-Berichte) herauslesen lassen. Die Ergebnisse sind hier im PDF-Format abrufbar, ebenso weitere Informationen zur Ratingmethodik (externe Links).

Auch andere Analysehäuser haben die PKV-Unternehmensqualität 2020 bewertet. Dabei war es zu ähnlichen Ergebnissen bei den Spitzenreitern gekommen: