Seit immer mehr Kreditinstitute Gebühren für die Kontoführung und teilweise auch für Dienstleistungen rund ums Konto verlangen, sehen sich Bankkunden einem dichten Entgeltdschungel gegenüber. Der könnte sich bald lichten, schreibt das "Handelsblatt": Der TÜV Saarland darf künftig Vergleichswebsites für Zahlungskonten zertifizieren. Nach mehrmonatiger Prüfung durch die Deutsche Akkreditierungsstelle haben die Saarländer eine entsprechende Zulassung bekommen. In Zukunft sollen Bankkunden unter anderem Kontoführungsgebühren, Daueraufträge, Überweisungen und Lastschriften unter offiziellem Siegel vergleichen können.

Kontovergleichsportale gibt es in Deutschland zwar einige, bisher besitzt aber keines davon eine offizielle Lizenz. Auf dem Markt für Strom- oder Handytarife sind entsprechende Angebote bereits seit längerem Usus. Wer angesichts der immer höheren Gebühren im Bankensektor einen detaillierten, anbieterübergreifenden, transparenten, lizenzierten Girokonten-Vergleich im Internet sucht, wird dagegen bislang nicht fündig.

Erster Zertifizierungskandidat steht offenbar fest
Marktbeobachter wundern sich über den Mangel an zertifizierten Kontovergleichsportalen. Seit November 2018 verpflichtet nämlich eine EU-Richtlinie – das sogenannte "Zahlungskontengesetz (ZKG)" – Banken dazu, Preise und andere Konditionen für Girokonten ohne Umschweife offenzulegen. Doch der erwartete Boom an Vergleichsportalen und Tarifrechnern blieb indes aus.

Nun springt der TÜV Saarland in die Bresche. Das erste zertifizierte Portal könnte nach Informationen des "Handelsblatts" Biallo.de werden. Damit Vergleichsportale einen Mehrwert bieten, müssen sie eine sehr hohe Marktabdeckung erreichen, sagen Verbraucherschützer. Die sieht Horst Biallo bei seinem Portal gegeben: "Wir haben fast alle Banken gelistet, die Verbrauchern Girokonten anbieten – rund 1300", sagte er gegenüber dem "Handelsblatt". Auch Check24 und Verivox haben in der Vergangenheit Interesse an einer Zertifizierung bekundet. (fp)