Die Generali Versicherung hat ihr Deutschlandgeschäft neu strukturiert. Das Ziel ist, in Zeiten niedriger Zinsen und erhöhter Eigenkapitalregeln schlanker und effizienter zu werden. Das Unternehmen wird daher die drei bisherigen Einzelgesellschaften Generali Deutschland Holding sowie die Generali Versicherung und die Generali Leben in der neuen Dachgesellschaft Generali Deutschland AG (GD AG) mit Sitz in München zusammenführen – inklusive Veränderungen bzw. Verschlankungen in den Vorstandsbereichen.

Auf der Produktseite gibt es ebenfalls wichtige Änderungen: Der Versicherer mit den Marken Generali, Aachen Münchener, Cosmosdirekt, Dialog, Central, Advocard und Badenia plant, den Vertrieb von klassischen Lebenspolicen mit Garantien, "auf die insbesondere die Generali Leben fokussiert ist, zu reduzieren", wie es in einer Pressemitteilung heißt.

"Wir müssen heute die richtigen Entscheidungen treffen, um morgen das Rennen zu gewinnen und die Herausforderungen des Marktes erfolgreich zu bewältigen", erklärte Giovanni Liverani, neuer CEO der Generali Deutschland. "Dazu gehören die niedrigen Zinsen, eine strenge Regulierung und der intensive Wettbewerb, welche die Lebensversicherer in Deutschland zukünftig stark unter Druck setzen."

Klassische Garantielösungen nur noch in der bAV
Die Lösung für diese Probleme sieht Liverani neben schlankeren Prozessen und Strukturen  darin, die Vertriebsanstrengungen für fondsgebundene Versicherungen, hybride Sparprodukte und Risikoversicherungen zu erhöhen. Gleichzeitig sollen aber selektiv im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge weiterhin traditionelle Garantieprodukte angeboten werden. Zudem soll das Neugeschäft sowie das Cross-Selling mit Risiko- und Berufsunfähigkeitsversicherungen ausgebaut werden.

Die Aufstellung der Vertriebskanäle sieht folgenermaßen aus: Die Generali als Mehrspartenversicherer für Leben und Schaden/Unfall wird sich auf Agenten und Makler fokussieren. Die Fondspolicen der Aachen Münchener werden weiterhin über die DVAG vertrieben. Der Direktversicherer Cosmosdirekt konzentriert sich auf Risikoversicherungen. Darüber hinaus setzt die Gruppe nach eigenen Angaben weiter auf ihre spezialisierten Produktgeber Central, Advocard, Dialog und Badenia.

Sechs Vorstände
Dabei sollen die Vertriebskanäle auch mit der schlankeren künftigen Steuerung des Unternehmens kombiniert werden. Die Zahl der Vorstände wird auf sechs sinken, die künftig zwei Funktionen haben werden: Einerseits verantworten sie direkt das Geschäft der Generali Versicherungen in München. Andererseits werden sie ihre jeweiligen Sparten deutschlandweit führen, also auch bei der Aachen Münchener oder Cosmosdirekt.

Die künftige Zusammensetzung sieht folgendermaßen aus: Claudia Andersch, derzeit Vorstand der Cosmosdirekt, wird Country Chief Life and Health Officer. Monika Sebold-Bender, derzeit Vorstand der Generali Versicherungen, wird neuer Country Chief P&C Officer und Ulrich Caspar Nießen wird in die Generali Gruppe als Country Head of HR eintreten. Zusammen mit dem Country CFO Torsten Utecht und dem Country COO Rainer Sommer sowie dem CEO Giovanni Liverani ist die Neuaufstellung des Vorstands damit abgeschlossen.

Auf der Ebene der Konzerngesellschaften soll – nach der Ernennung von Christoph Schmallenbach zum neuen CEO der Aachen Münchener – Jochen Petin, bislang CEO der Badenia, neuer Vorstandsvorsitzender der Central Krankenversicherung werden. Die Ernennung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Aufsichtsrats. (jb)