Sachwerte kompakt: Revolte gegen Fondsinitiator POC
Immobilien: Preisauftrieb gestoppt – Vertragsverlängerungen bei HGA-Fonds – Neuer Ankermieter in ILG-Einkaufszentrum – Renditen in erstklassigen Büros unter vier Prozent – Crowdinvesting: Vorzeitige Rückzahlung – Ehemalige Top-10-Reederei Hanjin wird liquidiert
Energie: Anleger entmachten POC-Führung
Nach heftigen Querelen haben die Fondsbeiräte und Anleger das Heft selbst in die Hand genommen. Nun haben die geschlossenen Fonds des umstrittenen Anbieters Proven Oil Canada (POC) eine neue Geschäftsführung. Die bisherige Alleingeschäftsführerin aller acht POC-Fonds, Monika Galba, wurde laut einem "Fondstelegram"-Bericht entmachtet. In den Komplementärgesellschaften seien Klaus Christochowitz und Edmund Kockartz als weitere Geschäftsführer bestellt worden. "In allen Gesellschaften wurde Monika Galba ihrer Alleinvertretungsberechtigung enthoben, wohingegen die beiden neuen und zusätzlichen Geschäftsführer die Gesellschaften jeweils auch allein vertreten dürfen. De facto handelt es sich um eine Entmachtung der bisherigen Geschäftsführung, da Galba ohne die Zustimmung der neuen Geschäftsführung die Hände gebunden sind", heißt es im "Fondstelegramm". Die POC-Fonds sind wie berichtet in die Krise geraten, nachdem die die Investitionsgesellschaft in Kanada Insolvenz anmelden musste. Die Öl- und Gasquellen sollen von einer anderen kanadischen Gesellschaft übernommen werden. Die neue Fondsgeschäftsführung will in den kommenden Wochen ein Sanierungskonzept bei den Anlegern durchsetzen.
Immobilien: Preisauftrieb gestoppt
Zu Jahresbeginn sind die Preise für private Wohnimmobilien nicht mehr gestiegen. Das berichtet die Europace AG, die den Hauspreis-Index "EPX" veröffentlicht. Demzufolge haben sich Eigentumswohnungen im Januar 2017 gegenüber dem Vormonat nur um 0,06 Prozent verteuert. Die Preise für Bestandshäuser sind im Vergleich zum Vormonat um 0,59 Prozent gefallen, die von Neubauhäusern um 0,53 Prozent. Allerdings sind die waren die Immobilien im Berichtszeitraum insgesamt um 8,3 Prozent teurer als im Januar 2016. Neue Ein- und Zweifamilienhäuser kosteten sogar 11,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Immobilien: Vertragsverlängerungen
Der geschlossene Immobilienfonds "HGA München" hat den Mietvertrag mit seinem Ankermieter in dem 2002 errichteten Bürogebäude verlängert. Der Mietvertrag mit ASM Assembly Systems, die rund 85 Prozent der Fläche gemietet haben, läuft weitere zehn Jahre. "Die Miethöhe liegt auf dem Niveau des bestehenden nur fünf Jahre laufenden Vertrages und auch die gewährten Zuschüsse, wie mietfreie Zeiten oder Ausbaukosten liegen auf einem marktüblichen Niveau", heißt es im aktuellen Schreiben an die Anleger. Nun muss das Management das langfristige Immobiliendarlehen, das in diesem Jahr ausläuft, refinanzieren. Der Fonds entwickelt sich seit Jahren unterplanmäßig. Die Anleger haben seit 2011 keine Ausschüttungen erhalten. Geplant war eine jährliche Auszahlung in Höhe von 7,25 Prozent.
Immobilien: Neuer Ankermieter
Der Initiator ILG hat in seinem "Fonds Nr. 31" die Textilkette H&M als neuen Ankermieter für die "Giesler Galerie" in der Stadt Brühl (Rhein-Erft-Kreis in NRW) an Land gezogen. Das 2006 errichtete Einkaufszentrum verfügt über rund 18.500 Quadratmeter Nutzfläche. H&M hat laut ILG 1.500 Quadratmeter gemietet und will nach Umbautätigkeiten im Herbst 2017 eröffnen. "Ziel der ILG ist es, mit H&M und weiteren Vermietungen und Maßnahmen das modische Angebot und damit den aperiodischen Bedarf in der 'Giesler Galerie' zu stärken. Die Kunden sollen künftig auch verstärkt für modische Einkäufe in die Giesler Galerie kommen", teilte der Fondsmanager mit. Ankermieter sind zurzeit Aldi Süd, Rewe und Rossmann. Die "Giesler Galerie" ist eines von zwei Investitionsobjekten des 2006 aufgelegten Fonds. Die Anleger haben bisher alle geplanten laufenden Auszahlungen erhalten.
Immobilien: Renditen in erstklassigen Büros unter vier Prozent
Der Immobilienmanager Catella hat erneut 76 Bürostandorte in Deutschland untersucht und ist zu der Erkenntnis gelangt, dass die Spitzenmieten nahezu überall gestiegen sind. "Die hohe Attraktivität an Spitzenobjekten zeigt sich quer durch die Standortkategorien A bis D in weiter fallen Renditen", heißt es. In den B-Standorten seien die Mieten im Jahresvergleich um 5,3 Prozent und damit am stärksten gestiegen. In der A-Kategorie legten die Preise um 4,4 Prozent zu, gleichzeitig ist die durchschnittliche Spitzenrendite erstmals auf unter die Vier-Prozent-Schelle gefallen und erreichte 3,67 Prozent. In den D-Standorten ist die durchschnittliche Spitzenmiete erstmals auf mehr als zehn Euro pro Quadratmeter und Monat gestiegen. Der teuerste Bürostandort Deutschlands ist Frankfurt mit 39 Euro Miete pro Quadratmeter.
Energie: Neue Solaranlagen
Neitzel & Cie. meldet den Ankauf von drei Solar-Dachanlagen für den geschlossenen Fonds "Zukunftsenergie Deutschland 4", die zurzeit im Vertrieb ist. Die drei Anlagen werden auf Dächern in Mecklenburg-Vorpommern errichtet und sollen im ersten Halbjahr 2017 in Betrieb gehen. Das Investitionsvolumen beträgt 2,2 Millionen Euro. Weitere Anlagen befinden sich nach Unternehmensangaben in der Prüfung. Der Fonds soll bei Investoren insgesamt 20 Millionen Euro Eigenkapital einsammeln und ein Portfolio aus 70 Prozent Solaranlagen und 30 Prozent Blockheizkraftwerken aufbauen.
Crowdinvesting: Vorzeitige Rückzahlung
Anleger, die das Projekt "Hansa Palais" in Berlin unterstützt haben, erhalten ihr Geld vom Projektentwickler Fortis Wohnwert früher als geplant zurück. "In den nächsten Wochen und damit bereits drei Monate eher als geplant kann Fortis die Anleger des Projekts auszahlen", heißt es in einer Mitteilung. Die Crowdinvesting-Plattform "Zinsland" hat im Sommer 2015 exakt 700.000 Euro für die Revitalisierung und den Ausbau des Dachgeschoßes in einem Mehrfamilienhaus im Berliner Stadtteil Tiergarten eingesammelt. Das Nachrangdarlehen der Anleger an Fortis wurde mit 5,5 Prozent p.a. verzinst.
Immobilien: Neue Rekorde
Die Hahn Gruppe hat bekannt gegeben, dass sie im Jahr 2016 rund 249 Millionen Euro für ihre Publikums- und Spezialfonds eingeworben und "eine neue Bestmarke für das Unternehmen" gesetzt hat. Voriges Jahr platzierte Hahn drei Publikumsfonds mit insgesamt 38,5 Millionen Euro Eigenkapital. Für neue Immobilien hat die Unternehmensgruppe insgesamt rund 300 Millionen Euro ausgegeben. Das ist für Hahn ebenfalls ein neuer Bestwert.
Immobilien: Stark bei Institutionellen, schwach bei Privaten
Der Fondsmanager Real I.S. hat im vergangenen Jahr erstmals mehr als eine Milliarde Euro Investorenkapital in einem Jahr akquiriert. 1,12 Milliarden Euro kamen von institutionellen Anlegern. Privatkunden haben aber nur 41 Millionen Euro bei Real I.S. investiert. Trotzdem sieht die Tochter der Bayern LB „im Privatkundensegment ein gutes Absatzpotenzial". Daher prüfe man zurzeit die Auflage eines neuen Immobilienfonds, der in Australien investiert. Im Übrigen teilte die Gesellschaft mit, dass sie voriges Jahr Immobilien für 900 Millionen Euro gekauft und für 500 Millionen Euro verkauft hat.
Immobilien: Ein Drittel mehr Umsatz
Amundi Real Estate hat 2016 Immobilien im Wert von 4,8 Milliarden Euro gehandelt und damit das Transaktionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 33 Prozent gesteigert. Die meisten Investitionen erfolgten in Frankreich, in den Niederlanden und in Deutschland. 98 Prozent der Transaktionen entfallen auf Gewerbeimmobilien und hierbei zu zwei Drittel auf Bürogebäude. Das verwaltete Immobilienvermögen betrug Ende 2016 nach Unternehmensangaben 20,8 Milliarden Euro.
Schiffe: Rettung aussichtslos – Liquidation beschlossen
Die insolvente Linienreederei Hanjin wurde vom zuständigen Gericht in Seoul wie erwartet als bankrott erklärt. Nun wird sie liquidiert, was den Berichten zufolge wirtschaftlich sinnvoller als eine Fortführung des Unternehmens ist. Es muss noch bestimmt werden, wer die Abwicklung durchführen wird. Danach werden alle noch vorhandenen Assets verkauft. Die Nettoerlöse werden an die Gläubiger aufgeteilt. Die südkoreanische Reederei zählte bis zu ihrer Pleite zu den weltweit führenden Linienreedereien. Hanjin meldete wie berichtet im vorigen Sommer Gläubigerschutz an, weil Schulden von mehr als fünf Milliarden US-Dollar das Unternehmen zu erdrücken drohten. (ae)















