Die Santander Bank hat mit überarbeiteten Konditionen auf den scharfen Wettbewerb um Privatanleger reagiert: Das neue "Santander Wertpapierdepot" ist kostenlos. Bei Börsenorders in der Filiale oder per Telefon fallen unabhängig vom Finanzinstrument 0,4 Prozent vom Kurswert an. Wer online ordert, zahlt nur die Hälfte. Beim Kauf von Investmentfonds wird der Ausgabeaufschlag um bis zu 80 Prozent rabattiert. Für ETF-Sparpläne fallen je Ausführung 0,85 Euro an. Der Bank zufolge sind aktuell 823 Indexfonds sparplanfähig.

Bislang zahlten Privatanleger bei der Santander Bank ein monatliches Depotentgelt von 3,99 bis 6,99 Euro im Monat. Die Gebühr für eine Börsenorder lag je nach Depotmodell bei 0,5 bis 1,0 Prozent des Kurswertes, unabhängig davon, ob die Order in einer Filiale oder online aufgegeben wurde.

Günstigstes Depot einer Filialbank
Auch die Mindest- und Maximalgebühren einer Order sinken: Bei den alten Standarddepots lag das Entgelt bei mindestens 15 Euro und war erst bei 600 Euro gedeckelt, nun reicht die Spanne von 7,90 Euro bis 99,90 Euro. Die neuen Konditionen gelten seit Jahresbeginn, wurden bislang aber noch nicht breit kommuniziert.

Mit dem neuen Preismodell stemmt sich Santander gegen den Trend: Viele Institute heben ihre Gebühren an, um wegbrechende Einnahmen aus anderen Geschäften zumindest zum Teil zu kompensieren. Die Tochtergesellschaft der spanischen Großbank setzt offensichtlich darauf, dass sich Kunden angesichts dieses Trends neu orientieren – und bereit sind, mit ihrem Depot umzuziehen, um Geld zu sparen. Aktuell dürfte Santander das günstigste Wertpapierdepot unter den großen Filialbanken in Deutschland bieten, und auch im Vergleich mit anderen Direktbanken sortiert sich das Institut bei den preiswerten Anbietern ein. (bm)