Der Schiffsfonds "MS Northern Jade", vom Emissionshaus Norddeutsche Vermögen als Beteiligungsmodell aufgelegt und Privatanlegern als Kapitalanlage angeboten, hat 2005 für 73,5 Millionen US-Dollar einen Containerfrachter mit 8.400 Stellplätzen für Standardcontainer erworben. Jetzt ist es der Fondsgeschäftsführung gelungen, den Frachter für 85 Millionen US-Dollar zu verkaufen.

Das ist bemerkenswert. Denn anders als bei Immobilien erfahren Schiffe während ihrer Bewirtschaftungszeit in der Regel einen andauernden Wertverlust. Häufig wurde in Schiffsfondskalkulationen zum Ende der Laufzeit nur noch mit dem Schrottwert gerechnet, und oft genug wurden in den vergangenen Jahren der Schifffahrtskrise auch sehr viel jüngere Schiffe schon verschrottet.

Die starke Nachfrage nach Tonnage lässt Charterraten und Kaufpreise steigen
Der hohe Verkaufserlös ist möglich geworden, weil sich die Chartermärkte für mittlere und größere Containerschiffe in den vergangenen zwölf Monaten sehr positiv entwickelt haben. Für Schiffe mit dem "MS Northern Jade" vergleichbarer Größe wurden gemäß Charterratenindex Harpex im Juli 2020 noch Verträge zu 12.500 US-Dollar pro Tag geschlossen, und dann haben sich die Raten im Laufe eines Jahres mehr als verfünffacht.

Wie enorm die Nachfrage ist, zeigt auch der Verlauf der Verkaufsverhandlungen. Der aktuelle Charterer des Fondsschiffs, die Linienreederei MSC, hatte im Juni dieses Jahres der Geschäftsführung ein Kaufangebot über 75 Millionen US-Dollar unterbreitet. Der Fondsbeirat sprach sich für einen Verkauf aus, aber nur wenn ein Preis oberhalb von 80 Millionen erzielt würde. Bei den sich anschließenden Verhandlungen mit dem Käufer konnte die Fondsgeschäftsführung noch weitere fünf Millionen klarmachen. Die noch ausstehende Gesellschafterzustimmung dürfte reine Formsache sein.

Fonds beschert Anlegern hohe Gewinne
Der Verkauf beschert den Anlegern, nach Berechnungen der Fondsgeschäftsführung, Rückflüsse in Höhe von 193 Prozent ihrer Beteiligungssumme, zusammen mit den 73 Prozent, die sie während der Fondslaufzeit erhalten haben, ergibt sich ein Gesamtmittelrückfluss von 266 Prozent – abzüglich der Einstiegsumme also eine Vermögensmehrung von 166 Prozent, die, weil das Schiff von Anbeginn unter Tonnagesteuer fuhr, nahezu steuerfrei bleiben. (tw)