Die Ratinggesellschaft Scope hat dem Team um den Franklin-Templeton-Fondsprofi Michael Hasenstab eine "sehr hohe Kompetenz" beim Management globaler Anleihenportfolios mit Schwerpunkt auf Staatsanleihen bescheinigt. Die Analysten vergeben der Hasenstab-Truppe daher die Note "AA+". Die Scope-Skala reicht vom Top-Rating "AAA" bis "C". Die Agentur bewertet hierbei allein die Templeton Global Macro Group, wie Hasenstabs Team offiziell heißt, und nicht einzelne Fonds oder Mandate.

Die Gruppe bestehe seit 30 Jahren und zähle weltweit zu den erfahrensten Anbietern in ihrem Segment. Auch die Teammitglieder selbst seien meist sehr erfahren, betonen die Scope-Analysten. Der Großteil der Experten mache seinen Job seit mehr als zehn Jahren.

Ein Wechsel steht an
Hasenstab selbst arbeitete erstmals ab 1995 für das Haus. Nach einer Promotions-Pause kehrte er 2001 zu den Kaliforniern zurück. Entsprechend sei der akademische Anspruch in der Gruppe hoch. Ein Drittel der Teammitglieder hat promoviert. Darüber hinaus erwarben zahlreiche Mitarbeiter einen zweiten Universitätsabschluss. Zu Abgängen käme es selten, ergänzen die Rating-Experten.

Ein Wechsel steht aber an: Die Researchleiterin Sonal Desai wird Ende Dezember Investmentchefin des Bond-Bereichs von Templeton. Sie nimmt eine Schlüsselfunktion im Team ein und ist etwa beim Global Bond Fund des Hauses die Co-Managerin an Hasenstabs Seite. Desais Posten übernimmt ihr bisheriger Stellvertreter Calvin Ho. Der Übergang sollte sich aber "ohne Reibungsverluste" vollziehen, meinen die Scope-Analysten.  

Wechselhafte Fortune
Die Experten loben zudem den robusten Investment-Prozess, die Einbeziehung von nachhaltigen Kriterien ins Research sowie die unabhängige Risikokontrolle des Hauses. Trotz der guten Voraussetzungen fehlte zuletzt aber immer wieder die Fortune. Nach einer Erfolgsserie ab 2009, etwa mit Investments in irische Staatsanleihen, folgten enormen Mittelzuflüsse. Das von der Gruppe betreute Vermögen schwoll bis 2013 auf fast 130 Milliarden Dollar an. Doch dann wendete sich das Blatt. Seit einer Schwächephase ziehen Anleger Geld ab. Mittlerweile verwaltet das Hasenstab-Team Scope-Berechnungen zufolge weniger als 60 Milliarden Dollar.

Auf lange Sicht liegt die Performance der von der Gruppe betreuten Strategien nach wie vor dem Vergleichsindex JP Morgan Global Government Bond Index. Auch über einige kürzere Zeiträume fand das Team zur alten Stärke zurück. Für 2018 (per Ende September) steht etwa eine Outperformance von mehr als drei Prozent zu Buche.

Die Scope-Experten verweisen aber auch auf einen anderen Punkt: "Der äußerst aktive und von der Benchmark unabhängige Ansatz der Strategie geht mit einem deutlich erhöhten Risikoprofil einher." Anleger müssen daher auch mit Phasen der Underperformance rechnen, wenn die Wetten von Hasenstab & Co. nicht aufgehen. (ert)