Scope-Studie: Das sind die größten und besten Rüstungsfonds
Rüstungsfonds sind eine Nische für Asset Manager, aber eine rasch wachsende – das Volumen der Produkte stieg zuletzt kräftig. Bei der Rendite gibt es indes große Unterschiede zwischen den Fonds, wie eine aktuelle Scope-Studie zeigt.
Geopolitische Spannungen, steigende Verteidigungsausgaben und langfristige politische Initiativen haben den Verteidigungssektor zu einem der bedeutendsten Investmentthemen der vergangenen Jahre gemacht. Entsprechend ist der Markt für Rüstungsfonds in Deutschland in den letzten zwölf Monaten weiter gewachsen.
Das verwaltete Vermögen stieg bis Ende Juli 2026 um rund 50 Prozent auf 19,9 Milliarden Euro (13,3 Mrd. Euro im Juli 2025). Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der verfügbaren Produkte von 20 auf 27, wie aus einer aktuellen Studie der Ratingagentur Scope hervorgeht. Die volumenstärksten Produkte sind weiterhin der Van Eck Defense ETF mit 6,3 Milliarden Euro, der Future of Defence ETF von Han-ETF mit 2,8 Milliarden Euro und der Wisdom Tree Europe Defence ETF mit 4,6 Milliarden Euro Fondsvermögen.
Blackrock sammelt viel neues Geld ein
Bei der Gewinnung neuer Anlegergelder waren in den vergangenen zwölf Monaten insbesondere der erwähnte Wisdom Tree Europe Defence UCITS ETF sowie die Produkte der iShares-Aerospace-&-Defence-Familie – Global Aerospace & Defence, Europe Defence und US Aerospace & Defence – erfolgreich. "Beide Produktgruppen verzeichneten jeweils einen Anstieg des verwalteten Vermögens um rund 1,5 Milliarden Euro. Damit entfielen zusammen etwa drei Milliarden Euro beziehungsweise rund 45 Prozent des gesamten Segmentwachstums von 6,6 Milliarden Euro auf diese beiden Strategien", schreibt Scope-Analyst Andreas Bartels.
Während das Volumen wächst, ist die Marktkonzentration zurückgegangen. Die vier größten Anbieter – Van Eck, Wisdom Tree, Han-ETF und Blackrock – vereinen Scope zufolge zwar weiterhin den Großteil des Anlegergeldes auf sich, ihr gemeinsamer Marktanteil sank jedoch von 92 auf 82 Prozent. Besonders erfolgreich war der Vertrieb von Blackrock, der Marktanteil verdoppelte sich hier innerhalb eines Jahres von sechs auf zwölf Prozent.
Große Renditeunterschiede
Bei den Renditen der Fonds gibt es allerdings große Unterschiede, was Bartels zufolge mit den teils stark divergierenden Kursentwicklungen einzelner Rüstungsaktien im kurzen Betrachtungszeitraum zusammenhängt – noch kein Fonds weist eine Performance-Historie von fünf Jahren auf. Das gelte insbesondere für globale Rüstungsfonds.
Die Analyse der Fondsperformance zeige, dass breit diversifizierte Strategien im Untersuchungszeitraum häufig erfolgreicher waren als stark konzentrierte Portfolios. "Bei den globalen Rüstungsfonds erzielte der Invesco Defence Innovation UCITS ETF mit einer Ein-Jahres-Performance von 38,5 Prozent das beste Ergebnis. Der Fonds unterscheidet sich durch seinen technologieorientierten Ansatz und eine vergleichsweise geringe Konzentration der größten Positionen von klassischen Verteidigungsindizes", erläutert Bartels.
Die besten aktiven Fonds
Unter den aktiv gemanagten Fonds habe insbesondere der LBBW Sicher Leben mit einer Ein-Jahres-Performance von 17,5 Prozent überzeugt, womit er auf Rang zwei der global anlegenden Produkte liegt. Der Fonds investiert breit diversifiziert in die Bereiche Verteidigung, digitale Sicherheit sowie öffentliche und persönliche Sicherheit und verteilt sein Vermögen auf rund 80 Einzeltitel.
"Bei europäischen Rüstungsfonds schnitt ein breit aufgestellter aktiver Fonds am besten ab. Der European Defence Equity Fund von M.M. Warburg investiert entlang der gesamten europäischen Wertschöpfungskette und erreichte eine Ein-Jahres-Rendite von 12,9 Prozent", so der Analyst.
Künftige Entwicklung
Die künftige Entwicklung des Sektors dürfte sich nach Einschätzung von Bartels zunehmend über neue Technologien definieren. Während die erste Phase des Aufschwungs vor allem von etablierten Verteidigungsunternehmen getragen wurde, gewinnen Themen wie Satellitenkommunikation, Robotik, autonome Systeme, Drohnen, Sensorik und elektronische Kriegsführung an Bedeutung.
Es werde entscheidend, ob die Indexmethodik stimmt, die Portfoliokonstruktion und die Fähigkeit, frühzeitig von neuen technologischen Entwicklungen zu profitieren. "Anleger sollten daher neben der vergangenen Wertentwicklung insbesondere den Investmentansatz, den Konzentrationsgrad, die regionale Ausrichtung und die Kostenstruktur berücksichtigen", mahnt Bartels. (jb)












