Aktive ETFs könnten auch in Deutschland Fuß fassen, meinen die Analysten der Ratingagentur Scope. Solche börsengehandelten Fonds sollen die klassische aktive Vermögensverwaltung mit den Vorteilen von ETFs vereinen. Trotzdem brauchen die sogenannten ETFs 3.0 wohl noch etwas Zeit, um ihr Potenzial zu entfalten, so Scope. 

Klassische aktiv gemanagte Fonds sind flexibel und bieten die Chance, den Markt zu schlagen. Klassische passive ETFs sind günstig, leicht verständlich und transparent. Aktive ETFs sollen beide Welten in einem Produkt vereinen. Sie sind aktiv gemanagt und folgen nicht nur einem Index, ihre Gebühren sind aber trotzdem verhältnismäßig gering. Laut Scope reicht die Total Expense Ratio (TER) der hierzulande angebotenen Produkte von 0,05 bis 0,85 Prozent. Damit ähneln sie preislich den typischen passiven ETFs und sind deutlich günstiger als klassische aktive Fonds. Auch ihre Rendite kann sich laut Scope sehen lassen. Allerdings sind viele Produkte noch relativ neu, ihre langfristige Leistung ist daher schwer zu beurteilen; knapp 40 Prozent der analysierten Fonds sind weniger als drei Jahre alt.

Bruchteil des Marktes
"In den USA sind sie ein Riesenerfolg, doch in Europa agieren sie bislang eher in der Nische", stellt Scope fest. In Deutschland seien derzeit insgesamt 50 Produkte verfügbar, 32 Aktien-ETFs und 18 Renten-ETFs, die von zehn Asset Managern stammen – neben etablierten Anbietern aktiv gemanagter Fonds wie Pimco, Franklin Templeton oder J.P. Morgan AM finden sich darunter auch ETF-Häuser wie Ossiam, Vaneck und First Trust.

In Deutschland belief sich das Gesamtvolumen der aktiven ETFs demnach Ende Juli auf rund 18 Milliarden Euro – in den insgesamt 1954 verfügbaren ETFs steckten 1,5 Billionen Euro. "Doch das Segment wächst kräftig", so Scope. "In den USA hat die Produktgattung bereits einen recht beeindruckenden Zuwachs erlebt und Europa könnte diesem Trend folgen." Einer Umfrage zufolge wollen 71 Prozent der europäischen Investoren ihr Engagement in aktiven ETFs in den kommenden zwölf Monaten erweitern. (fp)