Der bekannte Acatis Value Event Fonds hat von der Ratingagentur Scope in der aktuellen Auswertung eine schlechtere Note bekommen. Rund zwei Jahre, nachdem Acatis sich vom Fondsberater Gané um Uwe Rathausky und Henrik Muhle getrennt hatte, wird das Portfolio statt mit einem Top-Rating "B" nur noch mit einem durchschnittlichen "C" bewertet – auf einer Skala von "A" bis "E". Bereits kurz nach der spektakulären Trennung und der Übernahme des Fondsmanagements durch Johannes Hesche stufte Scope den Fonds von "A" auf "B" herunter.

Laut Scope-Analyst Florian Koch ging es mit der Rating-Punktzahl des Portfolios seit Februar 2024 schrittweise abwärts. Die Herabstufung sei Wasser auf die Mühlen derer, die das ehemalige Manager-Duo Rathausky und Muhle als Architekten des langjährigen Erfolgs des Fonds ansehen. "Acatis hatte sich von den beiden Portfoliolenkern im Februar 2024 getrennt, was zu einem öffentlich ausgetragenen Streit geführt hatte. Die vergangenen zwölf Monate entwickelte sich der Fonds nicht gut. Mit einem Plus von gerade einmal einem halben Prozent blieb er in der Gruppe der flexiblen Mischfonds weit hinter dem durchschnittlichen Konkurrenten zurück. Mittel- und langfristig hat der Fonds aber noch die Nase vorn", so Koch weiter.

Acatis: Kein Geld verloren
Auf Nachfrage von FONDS professionell ONLINE zu der Notenverschlechterung betont Acatis, dass es am wichtigsten ist, möglichst kein Geld zu verlieren. "Langfristig sind wir von der Strategie überzeugt. In diesem Jahr liegt der Acatis Value Event Fonds mit 1,2 Prozent im Plus, 0,5 Prozentpunkte vor der Benchmark", lässt sich Johannes Hesche zitieren, Executive Partner bei Acatis und Leiter deren qualitativen Portfoliomanagements.

Noch schlimmer erging es dem von Richard Woolnough gemanagten, rund 8,6 Milliarden Euro schweren M&G (Lux) Optimal Income Fund. Von Ende 2020 bis Herbst 2022 hatte er laut Scope kontinuierlich Rating-Punkte eingebüßt und sich dann auf Note "D" mehr oder weniger stabilisiert. Nun wird er nur noch mit "E" bewertet, der untersten Rating-Stufe. 

Nur minimale Gewinne
"Die Strategie brachte in den vergangenen fünf Jahren nur minimale Gewinne, während die Vergleichsgruppe immerhin auf ein durchschnittliches jährliches Plus von 1,6 Prozent kam", erklärt Scope-Analyst Koch. Das Portfolio besteht zurzeit zu 58 Prozent aus Staatsanleihen und zu 28 Prozent aus Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Status. High-Yield-Bonds machen aktuell sechs Prozent aus. Aktien, die theoretisch ein Gewicht von bis zu 20 Prozent haben dürfen, sind quasi nicht vertreten.

Viele Fonds konnten sich aber auch verbessern, so der Schroder ISF Asian Opportunities: In den Jahren 2021 bis 2023 hatte das Portfolio eine solide Leistung gezeigt und war fast durchgängig mit "B" bewertet. Doch seit Herbst 2023 nahm sein Rating-Score rasch ab, sodass er sich kurz darauf mit einem "C"-Rating begnügen musste. Jetzt ist er auf Note "B" zurückgekehrt. Manager Toby Hudson, der den Fonds seit fast neun Jahren verwaltet, kauft Aktien aus Asien, lässt dabei aber japanische Titel außen vor. Werte aus China inklusive Hongkong machen nahezu die Hälfte des Portfolios aus, hoch gewichtet sind zudem Taiwan, Indien und Südkorea. 

Lauf in den vergangenen zwölf Monaten
"Besonders gut lief es für den Fonds in den vergangenen zwölf Monaten, als er die Vergleichsgruppe um 3,2 Prozentpunkte übertraf (16,7% versus 13,5%). Auch über längere Zeiträume liegt er vorne. Anleger mussten die höhere Rendite allerdings mit stärkeren Schwankungen und höheren zwischenzeitlichen Verlusten 'bezahlen'", schreibt Koch zum Fonds.

Übers Mittelmaß hinausgekommen ist der BSF Systematic US Equity Absolute Return in den vergangenen fünf Jahren nicht. In zwei Dritteln aller Monate trug er ein "C"-Rating, in einem Drittel gar ein "D"-Rating. "Seit Frühjahr 2025 erlebt er aber eine bemerkenswerte Erholung, die nun von einem 'B'-Rating gekrönt wird. Noch sind die Kennzahlen durchwachsen, doch die langfristige Performance weckt Hoffnung: Mit einem Plus von 7,9 Prozent p.a. in den vergangenen fünf Jahren entwickelte sich der Blackrock-Fonds klar besser als seine Peergroup, die auf 6,3 Prozent p.a. kommt", kommentiert Koch. (jb)


Zur Ratingmethodik: Das Scope-Fondsrating bewertet die Qualität eines Fonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Das Rating reflektiert unter anderem die langfristige Ertragskraft und die Stabilität der Fondsperformance sowie das Timing- und das Verlustrisiko. Das System umfasst fünf Ratingstufen – von "A" bis "E". Als Top-Noten gelten "A" und "B". Ein qualitatives Rating, das eine tiefgehende Einsicht in die Arbeitsprozesse voraussetzt, wird nur im Auftrag der jeweiligen Fondsgesellschaft vorgenommen. Für Fonds mit einer Historie von über 60 Monaten wird von Scope ohne Auftrag ein rein quantitatives Rating ermittelt.