Der rund acht Milliarden Euro schwere Mischfonds-Klassiker Unirak ist von der Ratingagentur Scope heruntergestuft worden und wird nur noch mit der Note "D" bewertet – auf einer Skala von "A" bis "E". Lange gab es ein "B" für den Fonds, der viele Jahre Baustein der Riester-Fondssparpläne von Union Investment war. Voriges Jahr ging es dann auf "C" runter und nun noch weiter abwärts. 

"Der Niedergang lässt sich vor allem an der zuletzt schwachen Rendite festmachen. Auf Sicht von zwölf Monaten verlor der Fonds 2,9 Prozent seines Werts, während die Peergroup im Durchschnitt 6,7 Prozent hinzugewann. Auch die Volatilität war in diesem Zeitraum höher als beim durchschnittlichen Konkurrenten. Üblicherweise stecken rund zwei Drittel des Vermögens in Aktien, ein Drittel in Anleihen", schreibt Scope-Analyst Florian Koch. 

Pimco GIS Total Return Bond – wieder nach oben 
Während es für den Unirak nach unten ging, ging es für den Pimco GIS Total Return Bond wieder nach oben, dessen Management bevorzugt Investment-Grade-Anleihen mittlerer Laufzeit mit dem geografischen Schwerpunkt USA kauft.

Vor einem Dreivierteljahr stand der europäische Ableger des legendären Pimco Total Return, der einst der größte Investmentfonds der Welt war, an der Schwelle zu einem "E"-Rating. Seit diesem Monat darf er sich über die Note "C" freuen. "Das ist zwar noch kein glänzendes Rating, und nur seine Jahresrendite liegt oberhalb des Peergroup-Durchschnitts. Doch die Entwicklung geht in die richtige Richtung", kommentiert Koch. 

Man Japan Core Alpha Equity – umwerfende Performance
Der Man Japan Core Alpha Equity ist Koch zufolge einmal mehr ein Beispiel dafür, dass auch einem einst schwachen Fonds der Aufstieg in die Spitze gelingen kann. Noch bis zum Sommer 2022 trug das Portfolio für japanische Aktien ein "E"-Rating. Seither ging es – von kleineren Schwächephasen abgesehen – mit dem Rating kontinuierlich bergauf. Jetzt hat der Fonds die Spitzennote "A".

"Die Performance-Kennzahlen sind umwerfend: In den vergangenen fünf Jahren steigerte der Fonds seinen Wert um 17,5 Prozent p.a., während andere Japan-Aktienfonds im Mittel nur auf 8,3 Prozent p.a. kamen. In den vergangenen zwölf Monaten verbuchte er ein Plus von 33,8 Prozent. Bemerkenswert auch, dass der maximale Sechs-Monats-Verlust in den vergangenen fünf Jahren deutlich niedriger ausfiel als der Peergroup-Durchschnitt. Die Volatilität des Fonds ist im Vergleich zur Konkurrenz allerdings deutlich erhöht", so Scope-Experte Koch. (fp)


Zur Ratingmethodik: Das Scope-Fondsrating bewertet die Qualität eines Fonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Das Rating reflektiert unter anderem die langfristige Ertragskraft und die Stabilität der Fondsperformance sowie das Timing- und das Verlustrisiko. Das System umfasst fünf Ratingstufen – von "A" bis "E". Als Top-Noten gelten "A" und "B". Ein qualitatives Rating, das eine tiefgehende Einsicht in die Arbeitsprozesse voraussetzt, wird nur im Auftrag der jeweiligen Fondsgesellschaft vorgenommen. Für Fonds mit einer Historie von über 60 Monaten wird von Scope ohne Auftrag ein rein quantitatives Rating ermittelt.