Das Hamburger Start-up Tomorrow bietet einen Publikumsfonds an, "der nicht nur auf eine positive Rendite abzielt, sondern auch einen Beitrag zur Lösung ökologischer und sozialer Probleme leistet", wie es in einer Pressemitteilung heißt. Erstmals angekündigt hatte das Institut ein entsprechendes Produkt bereits 2019 (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Der global investierende Aktienfonds Tomorrow Better Future Stocks wird von Universal Investment administriert, das Portfoliomanagement übernimmt der Leipziger Vermögensverwalter Evergreen. Aufgelegt wurde der Fonds bereits im Juni 2021, doch die breite Vermarktung beginnt erst jetzt. Kunden der Smartphone-Bank können den Fonds über die Tomorrow-App zeichnen. Er soll aber auch über andere Broker oder Depotbanken angeboten werden.

Positiv- und Negativkriterien
Die Titelselektion folgt einem mehrstufigen Prozess. Der "Tomorrow Impact Council", ein unabhängiges Expertengremium, prüft, ob die Unternehmen gegen Negativkriterien verstoßen und Positivkriterien erfüllen, also einen signifikanten Beitrag zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) leisten.

Evergreen kontrolliert, ob die enthaltenen Aktien die Pariser Klimaziele berücksichtigen. Dafür stützt sich der Vermögensverwalter auf das XDC-Modell von Right, einem Anbieter von Klima-Metriken. "Wenn die Weltwirtschaft so zusammengesetzt wäre wie der Tomorrow Better Future Stocks, würden wir als Gesellschaft das Zwei-Grad-Ziel einhalten", sagt Tomorrow-Mitgründer Inas Nureldin. Der Fonds erfülle die Anforderungen von Artikel 9 der EU-Offenlegungsverordnung, so der Anbieter.

Ärger mit Verbraucherschützern
Nureldin bezeichnet den Fonds selbstbewusst als "nachweislich ökologische, sozial gerechte und ethische Geldanlage (…), die sich von der wachsenden Zahl an Greenwashing-Angeboten unterscheidet". Der Auswahl- und Prüfprozess könne als "Blaupause für den Wandel hin zu echter Nachhaltigkeit im Finanzbereich" dienen. Tomorrow sah sich in der Vergangenheit selbst dem Verdacht des Greenwashings ausgesetzt und musste auf Kritik von Verbraucherschützern reagieren. (bm)