So rasant steigt die Zahl der ETF-Sparpläne in Europa
Regelmäßig überschaubare Beträge in börsengehandelte Indexfonds stecken und damit langfristig ein Vermögen aufbauen – dieses Narrativ verfängt bei immer mehr Privatanlegern. Neue Daten und Prognosen zeichnen das Bild eines enorm wachsenden Marktsegments.
Der ETF-Boom unter Privatanlegern ist ungebrochen. Im Jahr 2025 wurden in Kontinentaleuropa monatlich 15,1 Millionen ETF-Sparpläne ausgeführt, zeigt eine Studie des Branchendiensts "Extra-ETF" im Auftrag von Blackrock. Das entspricht einem Anstieg um 39,8 Prozent zum Vorjahr. Den Daten zufolge haben europäische Anleger allein über Sparpläne 2025 insgesamt 22,7 Milliarden Euro in die börsengehandelten Fonds investiert.
Auch in den kommenden Jahren dürfte es weiter aufwärts gehen: Für 2030 prognostiziert "Extra-ETF" 53,7 Millionen monatlich ausgeführte ETF-Sparpläne. Das entspräche einem jährlichen Sparvolumen von rund 73 Milliarden Euro. Das gesamte ETF-Vermögen auf digitalen Investmentplattformen dürfte bis dahin voraussichtlich die Marke von einer Billion Euro erreichen, erwarten die Branchenbeobachter.
Der durchschnittliche Sparbetrag sinkt
"Extra-ETF" hat zwei wesentliche Faktoren identifiziert, die das Wachstum weiter stützen dürften: das wachsende Angebot von Neobanken und anderen digitalen Anbietern mit pan-europäischer Präsenz sowie Initiativen wie die geplanten staatlich geförderten Altersvorsorgeportfolios in Deutschland. "ETF-Sparpläne ermöglichen es europäischen Anlegern, regelmäßig, einfach und kosteneffizient zu investieren und langfristig Vermögen aufzubauen", lässt sich Manuela Sperandeo, Co-Chefin der Blackrock-Sparte iShares in Europa, in einer Pressemitteilung zitieren.
Interessanter Randaspekt: Das wachsende Interesse an ETF-Sparplänen geht mit einem Rückgang des durchschnittlichen monatlichen Sparbetrags einher. Dieser lag 2025 bei rund 125 Euro, nach 136 Euro im Vorjahr. "Innovationen wie der Handel mit Bruchteilen von Anteilen sowie Mikro-, Round-up- und Cashback-Programme haben das Investieren weiter vereinfacht und Millionen mehr Menschen den Einstieg ermöglicht – darunter auch Eltern, die Sparpläne für Kinder oder Junior-Depots einrichten", erläutern die Studienautoren.
Verschiedene Datenquellen analysiert
Für die Studie hat "Extra-ETF" Anbieter- und Marktdaten kombiniert. Untersucht wurden Deutschland sowie der übrige kontinentaleuropäische Markt mit Schwerpunkt auf Frankreich, Italien, Spanien und Österreich sowie der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Finnland, Dänemark, Schweden und Norwegen.
Mehrere Brokerplattformen und Digitalbanken stellen "Extra-ETF" ihre Kennzahlen zum ETF-Sparplangeschäft zur Verfügung. Ergänzend wurden die Börsenumsätze an den Handelsplätzen LS Exchange und Gettex an den relevanten Ausführungstagen ausgewertet. "Dies erlaubt insbesondere eine valide Abschätzung des ETF-Sparplanvolumens der führenden pan-europäischen Neobroker Trade Republic und Scalable Capital", erläutert der Branchendienst. (bm)















