Sparkassen verbuchen zweitbestes Fondsgeschäft der Historie
Die Sparkassen warben bei ihren Kunden im vergangenen Jahr netto 21,8 Milliarden Euro mit Fonds der Deka und anderer Investmentgesellschaften ein. Nur während der Corona-Pandemie lag der Absatz höher. Das Geschäft mit Anlagezertifikaten ließ dagegen deutlich nach.
Die Sparkassen in Deutschland haben 2025 unter dem Strich deutlich mehr Geld mit Investmentfonds eingeworben als im Vorjahr. Das geht aus Zahlen hervor, die der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) veröffentlicht hat.
Demnach setzten die Sparkassen im vergangenen Jahr netto Fonds für 21,8 Milliarden Euro ab –58,5 Prozent mehr als in den vorangegangenen zwölf Monaten. Das bedeutet das zweitbeste Fondsgeschäft der Historie. An das Rekordniveau des Jahres 2021, als die Corona-Pandemie das Fondsgeschäft auf zuvor ungeahnte Höhen katapultiert hatte, reichte der Absatz im vergangenen Jahr nicht heran (siehe Grafik).

Quelle: DSGV; Grafik: FONDS professionell
Guter Fondsabsatz rettet das Wertpapiergeschäft
Interessant ist, dass das Fondsgeschäft den Wertpapierabsatz deutlich übertrifft. Das liegt insbesondere am Nettoneugeschäft mit Anleihen und Zertifikaten, das nach einem sehr guten Jahr 2023 das zweite Jahr in Folge negativ war. 2024 hatten die Sparkassenkunden unter dem Strich 1,9 Milliarden Euro aus diesen Papieren abgezogen, 2025 dann sogar 2,6 Milliarden Euro. Der wichtigste Grund dürften die gesunkenen Zinsen sein, die es erschweren, Zertifikate mit attraktiven Auszahlungsprofilen zu strukturieren. Aus Aktien und Optionsscheinen flossen 2025 netto 0,8 Milliarden Euro ab.
ETF-Umsatz legt deutlich zu
Für die Sparkassen ertragsrelevant ist neben dem Nettoneugeschäft auch der gesamte Umsatz im Kundenwertpapiergeschäft. Schließlich verdienen sie bei Fonds nicht nur am ausstehenden Volumen in Form der Bestandsprovision, sondern auch am Bruttoabsatz, da in der Anlageberatung ein Ausgabeaufschlag vereinnahmt wird. Im Geschäft mit Zertifikaten, Anleihen und Aktien ist diese Kennzahl sogar die deutlich wichtigere, denn eine Bestandsprovision bieten diese Wertpapiere in aller Regel nicht.
Insgesamt stieg der Wertpapierumsatz den DSGV-Zahlen zufolge im vergangenen Jahr um 17,8 Prozent auf 239,3 Milliarden Euro – ein Rekordwert. Davon entfallen 91,7 Milliarden Euro auf Anleihen und Zertifikate, was einem minimalen Rückgang um 0,4 Prozent zum Vorjahr entspricht. Der Umsatz mit Fonds legte um 27,6 Prozent auf 92,5 Milliarden Euro zu, der mit Aktien und Optionsscheinen sogar um 42,9 Prozent auf 55,1 Milliarden Euro. Mit Blick auf das Fondsgeschäft hob DSGV-Präsident Ulrich Reuter auf der Bilanzpressekonferenz hervor, dass der "Umsatz von ETFs mit 54 Prozent besonders dynamisch gewachsen" sei. (bm)














