Die Sparkassen haben ein Jahr mit einem guten Wertpapiergeschäft hinter sich. Das geht aus dem jüngst veröffentlichten Finanzbericht des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) hervor, der die vorläufigen Zahlen der 378 Sparkassen in Deutschland bündelt.

Demnach haben die Kunden 2019 netto 10,8 Milliarden Euro neu in Wertpapiere investiert. Davon entfallen 9,8 Milliarden Euro auf Fonds. Das entspricht einem Plus von gut 27 Prozent zum Vorjahr und bedeutet das zweitbeste Neugeschäft mit Fonds seit der Finanzkrise (siehe Grafik).

2018 lief das Geschäft noch besser
Betrachtet man den gesamten Wertpapierabsatz, lief das Geschäft 2019 allerdings schlechter als 2018. Damals hatten Sparkassenkunden unter dem Strich 13,8 Milliarden Euro in Wertpapiere investiert, so viel wie seit 15 Jahren nicht mehr (FONDS professionell ONLINE berichtete). Das war damals vor allem auf das gute Geschäft mit Zertifikaten zurückzuführen. 2019 flossen dagegen netto rund 200 Millionen Euro aus festverzinslichen Wertpapieren ab, zu denen der DSGV auch die Zertifikate zählt. In Aktien investierten die Sparkassenkunden netto 1,2 Milliarden Euro.

Bruttoabsatz legt zu
Ertragsrelevant ist für die Sparkassen allerdings nicht bloß das Nettoneugeschäft: Auch der gesamte Umsatz im Kundenwertpapiergeschäft ist wichtig. Schließlich verdienen die Institute bei Fonds nicht nur am ausstehenden Volumen in Form der Bestandsprovision, sondern auch am Bruttoabsatz, weil sie in der Anlageberatung einen Ausgabeaufschlag vereinnahmen. Im Geschäft mit Zertifikaten, Anleihen und Aktien ist diese Kennzahl sogar die deutlich wichtigere, denn eine Bestandsprovision bieten diese Wertpapiere in aller Regel nicht.

Insgesamt stieg er Wertpapierumsatz 2019 um 5,3 Prozent auf 111,3 Milliarden Euro. Davon entfallen 48,5 Milliarden Euro auf Fonds, das sind 6,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den festverzinslichen Wertpapieren inklusive der Zertifikate stieg der Umsatz im vergangenen Jahr sogar um 13 Prozent auf 36,1 Milliarden Euro. Nur das Geschäft mit Aktien und Optionsscheinen schrumpfte, und zwar um gut fünf Prozent auf 26,7 Milliarden Euro.

Deutlich mehr Geld auf dem Girokonto
In absoluten Zahlen gemessen ist das Wertpapiergeschäft für die Sparkassen nach wie vor eher eine Nische: Allein die Kundeneinlagen stiegen im Geschäftsjahr 2019 um 45,2 Milliarden Euro auf 995,4 Milliarden Euro – trotz der niedrigen Zinsen. Allein die kurzfristig verfügbaren Sichteinlagen legten um 8,8 Prozent auf 664,6 Milliarden Euro zu. "Das bedeutet auch, dass weite Teile der Bevölkerung und der Unternehmen über erhebliche liquide Mittel verfügen, um die aktuelle Krise abzupuffern", heißt es in einer Pressemitteilung des DSGV. (bm)