Die BG Umbrella Teilfonds - die vom Madoff-Skandal überschattet werden - werden zum 1. Januar 2010 liquidiert und alle Anleger bis zu diesem Zeitpunkt ausgezahlt, wie die Verwaltungsgesellschaft LRI Invest S.A. bereits im letzten Monat bekannt gab.

Die Auflösung des BG Umbrella  Fund erfolgt vor dem Hintergrund, dass die Teilfonds in andere Investmentfonds investiert waren, bei denen es zu einem Betrugsfall kam - Madoff eben. Darum wurden die Preisberechnung und das Anteilscheingeschäft bereits seit dem 17. Dezember 2008 aus Gründen des Anlegerschutzes ausgesetzt.

Um Anlegern den Gegenwert ihrer liquiden Anteile auszuzahlen, sei die Auflösung der Fonds unumgänglich, wie LRI Invest anmerkte. Grund sei, dass sich zwei illiquide Positionen in den Portfolien befinden, die einer Öffnung der Fonds bislang im Wege standen.  Nach der Auflösung zum 1. Januar 2010 würden Anleger somit zumindest den liquiden Anteil der Teilfondsportfolien überwiesen erhalten, währen der - eigenen Angaben zufolge - geringere Rest in Liquidation bleibe, bis auch er vollständig ausgezahlt werden kann.

Die Bezugsrechte - sprich das Anrecht der Kunden auf etwaige Schadensersatzzahlungen aus dem oben erwähnten mutmaßlichen Betrugsfall - würden unverändert im Besitz der Anleger bleiben. Die Auflösung und das sich anschließende Liquidationsverfahren der BG Fonds ändern daran nichts, so LRI Invest. In einer Mitteilung an die Anteileigner des Fonds BG Umbrella Fund schrieb LRI Invest S.A. im Oktober wie folgt:

"Durch Beschluss des Managing Board der LRI Invest S.A. vom 9. Oktober 2009, mit Zustimmung der Depotbank LBBW Luxemburg S.A., wird das Sondervermögen BG Umbrella Fund ("Fonds") zum 1. Januar 2010 ("Auflösungsdatum" ) aufgelöst und in Liquidation gesetzt. Das Liquidationsverfahren beginnt mit Wirkung zum Auflösungsdatum. Im Einklang mit Artikel 12 II S. 2 des Allg. Verwaltungsreglement des Fonds fungiert die Verwaltungsgesellschaft im Falle einer Auflösung als Liquidator.

Aus Gründen des Anlegerschutzes und im Einklang mit Artikel 8 des Allgemeinen Verwaltungsreglements wurde per Beschluss vom 17. Dezember 2008 die Berechung des Anteilwertes für sämtliche Teilfonds (BG Global Classic, BG Global Dynamic, BG Global Challenge, BG Global Balance, BG Global Discovery, BG Stable Value) ("Teilfonds") bis auf weiteres eingestellt.

Grund war, dass die vorgenannten Teilfonds per 17. Dezember 2008 in den OGAW nach luxemburgischen Recht Herald (LUX) - US Absolute Return Fund EUR (LU0350637061 / A0NFHW) bzw. in den Herald (LUX) - US Absolute Return Fund USD (LU0350636923 / A0NFHV) und in den Thema Fund USD (IE0008869103) bzw. Thema Fund EUR (IE0030487957) nach irischem Recht investiert waren.

Die Verwaltungsgesellschaft des Fonds hatte ferner beschlossen, dass die Madoff-geschädigten Zielfondsinvestments in den jeweiligen Teilfonds weiterhin mit Null bewertet werden und als "Erinnerungsposten" im Vermögen der jeweiligen Teilfonds enthalten bleiben. Dieser Erinnerungsposten ist gleichzeitig als durchlaufender Posten für zukünftige Wertaufholungen zu sehen.

Wertaufholungen werden in den jeweiligen Teilfonds als durchlaufende Posten verbucht und zu Gunsten der Anteilinhaber, welche am 17. Dezember 2008 investiert waren, gutgeschrieben. Die Rechte der Anteilinhaber auf diese oben genannte Wertaufholung wurden über Anspruchsrechte ("Bezugsrechte") mit einer eigenständigen ISIN gesichert (siehe nachstehende Tabelle).

Die Anteilinhaber erhalten etwaige Rückflüsse aus den Madoff-geschädigten Zielfonds als Nettorückflüsse, das heißt abzüglich der mit der Einforderung der Rückflüsse verbundenen Kosten, wie zum Beispiel   Rechtsanwalts- oder Gerichtskosten oder etwaige Kosten der Hausbanken, sofern sie nicht vom Anspruchsgegner erstattet werden. Die Anleger erhalten die Erlöse aus den Bezugsrechten in Geld. Die Bezugsrechte wurden im Verhältnis 1:1 auf den jeweiligen Anteilsbestand der jeweiligen Teilfonds ausgegeben. Die Einbuchung der Bezugsrechte erfolgte durch die Register- und Transferstelle bzw. die Hausbanken der Anteilinhaber. Die Anteilinhaber werden im Rahmen des Jahresberichtes sowie in den Berichten, wie während des Liquidationsverfahrens erstellt werden, über den Stand der Entwicklung der "Madoff-geschädigten" Zielfonds in Kenntnis gesetzt.

Fonds-Auflösung im Interesse der Anleger

Die Verwaltungsgesellschaft ist der Ansicht, dass es im Interesse der Anleger des Fonds ist, dass dieser am 1. Januar 2010 aufgelöst wird und sich dann ein Liquidationsverfahren anschließen wird, welches sich derzeit auf Grund zweier illiquider Positionen in den Teilfondsvermögen wie folgt gestalten wird:

Zunächst wird der den liquiden Positionen zuzuordnende Liquidationserlös pro rata, das heißt im Verhältnis zu der Anzahl der Anteile, die die Anleger jeweils an den Teilfonds halten, ausgekehrt. Sobald die derzeitigen illiquiden Positionen zu einem späteren Zeitpunkt verkauft werden können, wird der entsprechende Erlös wie vorerwähnt ebenfalls pro rata an die Anleger ausbezahlt. Die Erlösauskehr wird folglich in Etappen erfolgen.

Die Dauer dieses Prozesses ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestimmbar und könnte sich gegebenenfalls über mehrere Jahre erstrecken. Anschließend werden die Anteile der Anleger eingezogen und annulliert.

Die Verwaltungsgesellschaft wird nach der juristischen Auflösung des Fonds (d.h. ab dem 1. Januar 2010) keine Verwaltungs-, Anlageberatungs- und Depotbankgebühren mehr den jeweiligen Teilfondsvermögen belasten.

Die Kosten der Liquidation werden vom Fonds getragen. Es wurden entsprechende ausreichende Rückstellungen im Fonds bis zum Abschluss des Liquidationsverfahrens gebildet, um die Gleichbehandlung der Anteilinhaber zu gewährleisten. Aus diesem Grunde werden bereits eingereichte Verkaufsaufträge storniert.

Abweichend von den Regelungen im Allgemeinen Verwaltungsreglement (Artikel 4 Nr. 2 b)) des Fonds soll der Anteil an flüssigen Mitteln vorübergehend bis zu 100 Prozent des Fondsvermögens betragen können, um die Verkäufe der Vermögenswerte des Fonds im Rahmen des Liquidationsverfahrens abwickeln zu können. Abweichend von den Regelungen im Allgemeinen Verwaltungsreglement (Artikel 4 Nr. 3 a)) soll die jeweiligen Teilfonds auch mehr als 20% ihres Nettovermögens in Einlagen bei ein und derselben Einrichtung anlegen dürfen, um die Abwicklung der Liquidation zu vereinfachen

Ausgabe sowie die Rücknahme von Anteilen bereits eingestellt

Die Nettoinventarwerte werden letztmalig am 31. Dezember 2009 veröffentlicht. Die Ausgabe sowie die Rücknahme von Anteilen ist bereits seit dem 17. Dezember 2008 eingestellt. Nach Ermittlung des Nettoliquidationserlöses bzw. der Abschlagszahlung auf den Nettoliquidationserlös wird dieser mittels Publikation auf der Homepage der Verwaltungsgesellschaft mitgeteilt. Etwaige Liquidationserlöse bzw. Abschlagszahlungen auf den Liquidationserlös, welche nicht innerhalb von 9 Monaten ab der Beschlussfassung zur Auflösung an die Anteilinhaber verteilt werden konnten, werden bei der "Caisse des Consignations" in Luxemburg bis zum Ablauf der Verjährungsfrist hinterlegt.

Die Konten und Bücher des Fonds werden hinterlegt und für fünf Jahre nach Abschluss des Liquidationsverfahrens aufbewahrt.

Einstellung des Betriebs

Ferner hat die Verwaltungsgesellschaft beschlossen, den öffentlichen Vertrieb in Deutschland und in Österreich zum 31. Dezember 2009 einzustellen. Die Verpflichtungen aus dem öffentlichen Vertrieb in Österreich enden frühestens drei Monate nach der Veröffentlichung der beabsichtigten Vertriebseinstellung, somit endet die Funktion der UniCredit Bank Austria   AG als österreichische Zahl- und Informationsstelle mit Ablauf dieser Frist." (ir)