Die Qualität der Portfolios in fondsgebundenen Policen deutscher Versicherer lässt weiter zu wünschen übrig. Das ist das Ergebnis einer Studie von F-Fex. Die Beratungsgesellschaft für Fondspolicen hat dafür die 2017er Geschäftsberichte von 77 Lebensversicherern ausgewertet. Die Studie deckt damit rund 110 Milliarden Euro des knapp über 111 Milliarden Euro schweren Anlagestocks aller fondsgebundenen Kapitallebens- und Rentenversicherungen ab. Im Vorjahr kam die Gesellschaft, die von Ex-Feri-Managern gegründet wurde, zu einem ähnlichen Fazit.

"Das Angebot der deutschen Versicherer bei fondsgebundenen Rentenversicherungen bleibt deutlich hinter seinen Möglichkeiten", erklärt Tobias Schmidt, Vorstandschef der F-Fex Um das Renditepotenzial wirklich ausschöpfen zu können, bedürfe es eines deutlich besseren Fondsangebots und einer regelmäßigen, kompetenten Betreuung der Policen-Portfolios. "Auch wenn es vermehrt Bemühungen gibt, diesen Zustand zu ändern, sind viele Versicherer und die von ihnen mandatierten Vertriebsgesellschaften davon noch weit entfernt", so Schmidt. 

Nur etwa ein Drittel des Anlagestocks der deutschen Versicherer sei in gut bis sehr gut geratete Fonds investiert. Der Rest verteilt sich auf durchschnittliche bis schwache Ratings. Die Streuung der Fondsqualität im Anlagestock ist dabei beträchtlich. Bei den großen Anbietern mit mehr als einer Milliarde Anlagevolumen schneiden Zurich und R+V mit Abstand am besten ab. Generali, Gothaer und Nürnberger haben hingegen gemäß der F-Fex-Analyse den größten Nachholbedarf. Bei den kleineren Häusern liegen Münchner Verein und Barmenia vorne.

Fortschritte beim Neugeschäft
Beim Neugeschäft ist immerhin festzustellen, dass die Fondsqualität im Durchschnitt besser ist als die im Bestand. Unter den großen Versicherern machen R+V, Cosmos und Axa ihre Hausaufgaben laut der Auswertung ordentlich und besetzten so die vordersten Plätze. Bei den kleineren Versicherern mit nennenswerten Mittelzuflüssen und hinreichend vielen Fonds sind es Targo, Hannoversche Versicherung und Mylife.

Der Trend zur besseren Fondsqualität im Neugeschäft sei jedoch längst nicht bei allen Versicherern festzustellen. Insgesamt kommen die deutschen Versicherer daher auch beim Neugeschäft nicht über das Mittelmaß hinaus.

Große Unterschiede bei den Fondsgesellschaften 
Auch unter den Fondsgesellschaften ist die Qualitätsspanne des im Anlagestock deutscher Versicherer liegenden Fondsvolumens groß. Unter den Gesellschaften mit größerem Volumen tun sich laut F-Fex insbesondere Fidelity und mit etwas Abstand DWS und Union hervor. Bei den mittleren bis kleinen Volumina stehen Flossbach von Storch, DJE Investment und Commerz Fund Solutions an der Spitze.

Auffallend ist darüber hinaus, dass konzerneigene Fondsgesellschaften in den wenigsten Fällen einen positiven Outperformance-Beitrag im Anlagestock des betreffenden Versicherers liefern. Ausnahmen bildeten in 2018 die Union Investment für die R+V, die Alte Leipziger Trust für die Alte Leipziger Versicherung und Allianz Global Investors für Allianz Leben. Bei den übrigen konzerneigenen Gesellschaften lag der Performancebeitrag für die hauseigene Versicherung in der Regel unter dem Beitrag der extern mandatierten Fondsgesellschaften.

Fazit: Versicherer könnten mehr tun
Im anhaltenden Niedrigzinsumfeld sind fondsgebundene Lebensversicherungen weiterhin ein zentraler und sinnvoller Baustein in der privaten Altersvorsorge. Wie die Studie zeigt, ist das Renditepotential des Anlagestocks fondsgebundener Lebensversicherungen bei weitem nicht ausgeschöpft. Versicherer könnten hier deutlich mehr tun, auch wenn die Entscheidung über die Portfoliozusammensetzung und deren Veränderung während der Vertragslaufzeit letztlich Sache des Policeninhabers ist.

"Ohne qualitativ bessere Fonds, ein aussagefähigeres Berichtswesen und kompetente, laufende Beratung wird sich an der gegenwärtigen Situation wenig ändern", meint Schmidt. "Der Kunde braucht hier mehr Unterstützung. (jb)