Studie: Gestiegene Überschüsse bei Fondspolicen mit Garantien
Eine neue Assekurata-Studie gibt Einblick, wie Fondspolicen mit Garantien verzinst werden. Die 16 untersuchten Anbieter schneiden dabei sehr unterschiedlich ab. Klar wird, warum Fondspolicen ohne Garantie in der Studie auch künftig keine Rolle spielen.
Für 2026 schreiben die Lebensversicherer ihren Kunden das vierte Jahr in Folge steigende Zinsen gut. Im Neugeschäft klassischer privater Rentenversicherungen beispielsweise schütten die Gesellschaften im Durchschnitt laufende Zinsen von 2,62 Prozent (Vorjahr: 2,53 Prozent) aus, ergab die Marktstudie "Überschussbeteiligungen und Garantien 2026" der Assekurata Assekuranz Rating Agentur vergangene Woche.
Assekurata hat dabei nun zum vierten Mal auch Fondspolicen einbezogen. Allerdings nur Fondspolicen mit Garantien, denn "im Zuge der Studie beschäftigen wir uns nur mit Produkten, die auch eine Garantie enthalten", so Assekurata-Sprecher Russel Kemwa wiederholt gegenüber FONDS professionell ONLINE.
16 Anbieter beteiligen sich
An der Erhebung beteiligten sich diesmal 16 Fondspolicen-Anbieter und damit drei weniger als im Vorjahr (Marktanteil: 43,15 Prozent). Mit 2,49 Prozent (Vorjahr: 2,37 Prozent) ist die laufende Verzinsung von Neuverträgen der privaten Fondsrentenversicherung mit Garantie kräftig gestiegen. Es geht dabei um die Verzinsung des sicherungsvermögensgebundenen Vertragsanteils. Der Anteil dieses Sicherungstopfes kann je nach Tarifgestaltung und gewähltem Garantieniveau erheblich variieren.
"Für die langfristige Renditeentwicklung ist vor allem die fondsgebundene Kapitalanlage maßgebend, sodass die laufende Verzinsung lediglich der Stabilität dient und nur bedingt als Ertragsindikator einzuordnen ist", sagt Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei Assekurata. Die Bandbreite zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Wert der laufenden Verzinsung liegt zwischen 1,4 und 3,4 Prozent.
Große Unterschiede bei laufender Verzinsung und Garantiekonzept
Laut Studie bieten die Stuttgarter und HDI nur 1,4 Prozent laufende Verzinsung im Deckungsstock, während Inter 3,5 Prozent offeriert. Inklusive Schlussüberschüssen liegt die Gesamtverzinsung in der Ansparphase für neue Fondspolicen 2026 durchschnittlich bei 3,25 Prozent (Vorjahr: 3,1 Prozent). In der Rentenphase beträgt sie 2,0 Prozent (Vorjahr: 2,1 Prozent).
Zwei-Topf-Hybride und Drei-Topf-Hybride (enthalten zusätzlich noch eine Wertsicherungskomponente) haben sich als typische Garantiekonzepte am Markt durchgesetzt, die den Deckungsstock jeweils mit einbinden. Laut Studie verwenden die 16 Anbieter elf Zwei-Topf-Hybride und der Rest Drei-Topf-Hybride. Bei den Garantiekonzepten überwiegen dynamische Hybride (9) gegenüber statischen Hybriden (6) und dem dynamischen Wertsicherungskonzept auf Basis eines iCPPI-Modells (Swiss Life).
Typisch: Garantierter Rentenfaktor und Mindestrente
Integraler Bestandteil aller Verträge ist neben lebenslanger Mindestrente auch ein garantierter Rentenfaktor. Zu Beginn wählt der Kunde ein Garantieniveau, das aus dem Sicherungsvermögen angespart wird. Die Überrendite entsteht durch Nutzung der Investmentvehikel als freie Kapitalanlage. Der garantierte Rentenfaktor auf das Vertragsguthaben beträgt im Schnitt 24,31 pro 10.000 Euro Fondsguthaben (Vorjahr: 24,24 Euro). Die Spannbreite reicht von 18,82 bei Inter bis zu 28,15 bei Europa.
Assekurata weist darauf hin, dass der Studie dieser Mustervertrag zugrunde liegt: eine fondsgebundene private Rentenversicherung (vorschüssig 1.200 Euro jährliche Einzahlung in einen Normaltarif, Vertragsbeginn: mit 30 (Mann); Versicherungs- und Beitragszahldauer: 35 Jahre; Rentengarantie bei Rentenbeginn: fünf Jahre; 80 Prozent Bruttobeitragsgarantie; 4,0 Prozent Wertentwicklung (Bruttomethode).
Große Wahlmöglichkeiten bei Garantieelementen
Viele Gesellschaften bieten bei der Bruttobeitragsgarantie die Wahl zwischen null und 80, 90 oder 100 Prozent. Fünf Gesellschaften offerieren die 100-Prozent-Möglichkeit: Continentale, Europa, Hanse-Merkur, Inter und Neue Leben. Je höher die Garantie, desto stärker fällt die laufende Verzinsung ins Gewicht. Ein Ablaufmanagement dient als zusätzliches Absicherungsvehikel; es fehlt nur bei Europa, Öffentliche Leben Oldenburg und Provinzial Hannover. Bei fünf Anbietern ist überdies die Weiteranlage in Fonds während der Rentenphase erlaubt: Alte Leipziger, Continentale, Neue Leben, Signal-Iduna und Swiss Life.
Für den Mustervertrag machten 13 Versicherer vergleichbare Angaben. Im Schnitt bieten sie 88,02 Euro monatliche Garantierente (Vorjahr: 86,56 Euro) – die Spanne bewegt sich zwischen 98,72 Euro (Stuttgarter) und 57,38 Euro (Öffentliche Leben Oldenburg und Provinzial Hannover), wobei letztere nur 60 Prozent Bruttobeitragsgarantie bieten und damit höhere Renditechancen für die Fondsanlage.
Hochrechnungen kaum vergleichbar
Die Garantierente ist bei Fondspolicen naturgemäß nur die halbe Miete. Je nach Hochrechnungsmethode versprechen die Anbieter im Schnitt 239 Euro Monatsrente (Vorjahr: 243 Euro). Hochgerechnet auf eine einmalige Kapitalabfindung – statt lebenslanger Rente – kommt Assekurata für den Musterfall wie im Vorjahr im Schnitt auf rund 72.400 Euro (aus 42.000 Euro eingezahlten Beiträgen).
"Die Spanne ist gewaltig", so Heermann. Allerdings seien die Werte wegen unterschiedlicher Hochrechnungsmethodik und unterschiedlichen Garantieniveaus "nur eingeschränkt vergleichbar". Ohne Betrachtung der genauen Garantiegestaltung sei generell ein Produktvergleich von Fondspolicen mit Garantien anhand von Überschusswerten und Ablaufleistungen "nur eingeschränkt aussagefähig".
Vielfältiges Fondsangebot und mehr ETFs
Die Fondsallokation ist auch bei Fondspolicen mit Garantien entscheidend. Laut Assekurata können Kunden im Schnitt aus 113 verschiedenen Fonds (Vorjahr: 91) auswählen. Nur vier Gesellschaften überlassen Kunden nicht die freie Fondsauswahl, sondern offerieren ausschließlich gemanagte Portfolios: Gothaer, HDI, Öffentliche Leben Oldenburg und Provinzial Hannover. Die Mehrzahl der Anbieter bietet beide Varianten. Im Schnitt werden auch 38 ETFs offeriert (Vorjahr: 29).
Die Redaktion stellt jedes Jahr selbst per Umfrage eine Marktübersicht zu Fondspolicen auf. Aktuell sind Daten von 24 Anbietern erfasst. (dpo)
Die 150-Seiten-Studie mit zahlreichen Einzelauswertungen kann hier (externer Link) zum Preis ab 2.503 Euro inklusive sieben Prozent Mehrwertsteuer bestellt werden.















