Wer verursacht an der Supermarktkasse die geringste Verzögerung? Jemand, der eine gefühlte Ewigkeit im Portemonnaie nach passendem Kleingeld kramt, oder jemand, der seine Girocard hervorzieht? Beide Gruppen sind davon überzeugt, dass ihre Bezahl-Variante die schnellste ist. Die Bundesbank hat den Streit nun beendet. Sie hat bei mehr als 3.000 Bezahlvorgängen in 15 Geschäften die Zeit mitgestoppt, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Ergebnis: Mit Cash geht’s am schnellsten.

Im Schnitt vergehen zwischen der Ansage des Betrags durch das Kasssenpersonal und dem Aushändigen des Kassenbons rund 25 Sekunden. Bei Bargeld-Zahlungen sind es nur 22,3 Sekunden. Der Kassier-Vorgang mit Karte und Pin verschlingt dagegen mit durchschnittlich 29,4 Sekunden deutlich mehr Zeit. Mit Karte und Unterschrift vergehen bis zur Übergabe des Kassenbons im Schnitt sogar 38,6 Sekunden. "An der Ladenkasse ist die Barzahlung noch immer das schnellste und kostengünstigste Zahlungsmittel", sagte Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann am Dienstag in Frankfurt.

Kontaktlos ist im Kommen
Die Studie hat allerdings zwei Haken. Der erste: Sie stammt aus dem Jahr 2017. Seitdem hat das bargeldlose Bezahlen einen großen Sprung nach vorn gemacht. Kontaktlose Karten waren im Jahr der Studie gerade erst gestartet und noch nicht sehr weit verbreitet. Systeme wie Apple und Google Pay waren vor zwei Jahren sogar überhaupt nicht verfügbar.

Der zweite Haken: Die Schnelligkeit der Zahlung hängt stark vom Betrag ab. So kann die Dauer von Bargeld-Zahlungen deutlich variieren. Wer weniger als zehn Euro berappen muss, braucht dafür im Schnitt nur 17,9 Sekunden. Bei einem Betrag von mehr als hundert Euro werden dagegen durchschnittlich 55,7 Sekunden fällig. Die Kartenzahlung kostet beim selben Betrag 38,4 Sekunden. Der Grund liegt auf der Hand: Bei größeren Bar-Beträgen schauen Kassierer genauer hin und prüfen auch schon mal stichprobenartig größere Scheine auf ihre Echtheit. (fp)