Vor 20 Jahren wurden die ersten börsengehandelte Indexfonds, kurz ETFs, an der Frankfurter Börse notiert. Seither stiegen sie zwar in der Gunst der Anleger, jedoch meist der professionellen. Denn auch nach zwei Jahrzehnten am Markt erlangten die passiven Produkte noch keine umfassende Bekanntheit. Dies zeigt eine Umfrage im Auftrag von Quirion, dem digitalen Vermögensverwalter der Quirin Privatbank. Bei den Befragten genießen vielmehr klassische Anlageformen wie Bausparverträge, Aktien oder Sparbücher und Tagesgeld eine große Bekanntheit.

Auch Fonds, Gold oder Lebensversicherungen sind mehr als 80 Prozent der Teilnehmer bekannt. Deutlich abgeschlagen rangieren dagegen die Anlageformen Anleihen mit 63 Prozent sowie ETFs und Rohstoffe mit jeweils lediglich 43 Prozent Bekanntheit. Für das "ETF-Radar" von Quirion befragte die Marktforschung Puls rund 2.000 Menschen in Deutschland mit einem Anlagevermögen von mindestens 10.000 Euro oder einem Mindesteinkommen von 1.500 Euro bei Singles und 2.500 Euro bei Paaren oder Familien. Die Befragungen fanden Ende Oktober bis Anfang November 2020 statt.

Bekanntheits- aber kein Attraktivitätsproblem
Diejenigen, denen ETFs ein Begriff sind, schätzen ihre Attraktivität aber sehr hoch ein, so ein weiteres Ergebnis der Studie. 51 Prozent bewerten sie als gut oder sehr gut. Nur Immobilien genießen ein höheres Ansehen mit 65 Prozent Attraktivität. Auch der betrieblichen Altersvorsorge, Gold sowie Aktien und Fonds billigen die Befragten ein großen Potenzial zu. Abgeschlagen als Schlusslicht landet hingegen das klassische Sparbuch. 67 Prozent der Teilnehmer erachten es als unattraktive Anlageform. ETFs hätten damit ein Bekanntheits-, aber kein Attraktivitätsproblem, folgern die Studienautoren.

Die ETF-Kenner schätzen an den Vehikeln vor allem den günstigen Preis, die gebotene Risikostreuung und die daraus folgende Sicherheit. Aspekte wie Einfachheit, Transparenz und Flexibilität, mit denen die Anbieter ihre Produkte gerne vermarkten, spielen der Umfrage zufolge dagegen keine große Rolle. Die Nutzer der passiven Produkte wollen zudem in den nächsten fünf Jahren ihr Engagement deutlich ausweiten. Die Teilnehmer planen, den ETF-Anteil in ihren Portfolios über diesen Zeitraum um fast zehn Prozentpunkte auf 37 Prozent auszuweiten. Und mehr als 70 Prozent derjenigen, die ETFs zwar kennen, aber noch nicht nutzen, wollen die Vehikel bis 2025 einsetzen. (ert)