Der auf Unternehmenskredite spezialisierte Asset Manager Muzinich & Co. hat seinen ersten börsengehandelten Fonds (ETF) in Europa auf den Markt gebracht. Dies teilte die US-Gesellschaft mit. Die Strategie investiert in forderungsbesicherte Papiere, sogenannte Collateralized Loan Obligations (CLOs). Der ETF fußt auf aktivem Management und investiert in Papiere mit der höchsten Bonitätsstufe, dem AAA-Rating.

Immer mehr traditionelle Fondshäuser betreten das Feld der ETFs und konzentrieren sich dabei auf aktive Strategien. Hintergrund ist das hohe Wachstum aktiver ETFs – vor allem in den USA. In Europa verharrt das Segment noch in der Nische. Lediglich drei Prozent des ETF-Volumens liegen in aktiven Strategien. Das Feld weist aber ebenfalls hohe Wachstumsraten auf.

Zubrot zum Geldmarkt
CLO-Strategien wiederum erfreuen sich unter Anbietern großer Beliebtheit. Immer mehr Akteure besetzen dieses Feld. Immerhin 18 entsprechende ETF-Anteilsklassen sind an der Börse Frankfurt notiert. Unter den Anbietern finden sich namhafte Häuser wie Blackrock, UBS, State Street, Invesco oder M&G. Platzhirsch ist ein CLO-ETF von Janus Henderson mit mehr als 400 Millionen Euro Volumen. Alle Strategien konzentrieren sich auf CLOs mit AAA-Rating.

"Anleger suchen immer stärker nach Cash-Plus-Ertragslösungen, die sich in einem Umfeld mit längerfristig höheren Zinsen bewähren", begründet Clemens Bertram, Leiter des Wholesale-Geschäfts Deutschland und Österreich bei Muzinich, die Auflage. "Unser neuer ETF bietet Zugang zu hochwertigen, variabel verzinslichen Krediten mit einem starken Fokus auf Kapitalerhalt und Transparenz."

Nachhall der Finanzkrise
Der Muzinich AAA CLO ETF (ISIN: IE000KDIUAE4) kommt auf der White-Label-Plattform der Servicegesellschaft Waystone auf den Markt. Die Gesamtkostenquote gibt Muzinich mit 0,25 Prozent per annum an. Der ETF wird in Frankfurt notiert und soll in Deutschland, Österreich und weiteren Ländern erhältlich sein.

Der Markt für forderungsbesicherte Wertpapiere war im Zuge der Finanzkrise nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers in Verruf geraten. Bei den Verbriefungen werden Kreditforderungen gebündelt und je nach Risiko in Tranchen aufgeteilt. Diese Tranchen können dann unter Banken oder anderen Finanzhäusern gehandelt werden. (ert)