Das chemische Element mit dem Symbol H steht im Periodensystem ganz oben links. Es macht drei Viertel der gesamten bekannten Materie aus und wurde im Jahr 1766 von dem englischen Naturforscher Henry Cavendish entdeckt, der es als "brennbare Luft" bezeichnete. Das Gas ließ um die Jahrtausendwende einen Hype unter Anlegern rund um den Globus entflammen. Die Rede ist von Wasserstoff.

Gut 20 Jahre, nachdem der letzte Run auf Wasserstoffaktien jäh ein Ende fand, beflügelt das Thema heute erneut die Fantasie von Anlegern. Diesmal könnten sich Investments, denen das einfachste aller Elemente zugrunde liegt, allerdings zu einem langfristig vielversprechenden Trend entwickeln. Denn anders als vor zwei Dekaden, als der Begriff ESG noch nicht geprägt war, treibt im Jahr 2021 das Bedürfnis nach nachhaltigen Geldanlagen die Kurse von Wasserstoffaktien. 

Chancen in der Klimadebatte begründet
Vor allem aber ist es der politische Wille, die Wirtschaft klimaneutral aufzustellen, der dauerhaft für Aufwind sorgen könnte. "Die Chancen für Wasserstoff sind natürlich in der Klimadebatte begründet", sagt Gerd Junker, Mit-Geschäftsführer des ethisch-ökologischen Vermögensverwalters Grünes Geld aus Aschaffenburg, der mit dem GG Wasserstoff R seinen Angaben zufolge den ersten gemanagten Wasserstofffonds initiiert hat.

"Dutzende von Ländern weltweit haben sich zum Ziel gesetzt, klimaneutral zu wachsen. In zehn bis 20 Jahren werden voraussichtlich rund 25 Prozent der weltweiten Energieversorgung aus Wasserstoff kommen", schätzt Junker. Diese These stützt auch eine aktuelle Studie der internationalen Strategieberatung Strategy&, die zur Beratungsgesellschaft PwC gehört. Die Autoren der Untersuchung mit dem Titel "Laying the foundations of a low carbon hydrogen market in Europe" kommen zum Schluss, dass die globale Dekarbonisierung bis 2030 jährlich um zwölf Prozent voranschreiten muss, wenn die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreicht werden sollen. Ein entscheidender Eckpfeiler der Energiewende könne der Aufbau einer kohlenstoffarmen Wasserstoffwirtschaft sein. 

Versiebenfachte Nachfrage bis 2070
"Ausgehend von einem anhaltenden Nachhaltigkeitstrend, in dem Kohlenwasserstoffe in der Wirtschaft sukzessive ersetzt werden, wird sich die globale Wasserstoffnachfrage bis 2040 im Vergleich zu 2019 von 71 Megatonnen auf 137 Megatonnen fast verdoppeln", schreiben die Strategy&-Experten. Bis zum Jahr 2070 erwarten sie gar eine Versiebenfachung auf 519 Megatonnen. Das lässt in der Tat auf einen langfristigen Anlagetrend hoffen. 

Allerdings ist die Auswahl an Pure Playern, an reinen Wasserstofffonds also, bislang sehr überschaubar. Zudem darf nicht vergessen werden, dass sich solche Fonds auf ein einziges Thema konzentrieren. Entwickelt sich Wasserstoff doch nicht zum Langfristtrend, drohen Verluste. Im Depot taugen solche Reinform-Fonds daher nur als Beimischung. Um herauszufinden, auf welche drei Sondervermögen Sie ihre Kunden aufmerksam machen können, wenn diese sich Anteile an reinen Wasserstofffonds ins Depot legen möchten – klicken Sie sich durch unsere Bilderstrecke oben. (am)


Einen ausführlichen Bericht über die Chancen und Risiken von Wasserstofffonds finden Sie in der Ende Mai erschienen Heftausgabe 2/2021 von FONDS professionell ab Seite 140. Angemeldete Nutzer können den Artikel auch hier im E-Magazin lesen.