Weitere Anleihen der One Group stehen im Feuer
Gläubiger der Anleihen der Serie "Proreal Secur", die die Hamburger One Group zwischen 2020 und 2024 emittiert und als "Kurzläufer" angepriesen hat, sollen Laufzeitverlängerungen und Zinsstundungen zustimmen.
Die One Group aus Hamburg, Tochterunternehmen des österreichischen Immobilienkonzerns Soravia, hat die Anleger der Anleihe-Serie "Proreal Secur" zu Gläubigerversammlungen am 17. und 18. März 2026 eingeladen. Sie sollen einer Laufzeitverlängerung bis Ende 2029 zuzüglich Option auf weitere zwei Jahre und einer Stundung der Zinsen während der Verlängerung zustimmen.
Die Maßnahme sei notwendig, begründet Joachim Winter, Geschäftsführer der vier Proreal-Secur-Gesellschaften, die die Inhaberschuldverschreibungen emittiert haben, "aufgrund der Kombination von steigenden Zinsen, steigenden Baukosten und einem andauernden Fachkräftemangel in der DACH-Region sowie dem bis heute anhaltenden Russland-Ukraine-Krieg", was dazu geführt habe, dass die Immobilienmärkte "in einer tiefgreifenden strukturellen Krise" steckten.
Die Anleihebedingungen müssen geändert werden
Die Inhaberschuldverschreibungen sind marktüblich als unmittelbare, unbedingte, nicht nachrangige und nicht dinglich besicherte Verbindlichkeiten der Emittenten ausgestaltet. Demzufolge müssen die Anleger der Laufzeitverlängerung und Zinsstundung de jure nicht zustimmen. Allerdings riskieren sie die Insolvenz der notleidenden Emittenten, wenn sie auf die pünktliche und vollständige Auszahlung ihrer Forderung bestehen. Ein wichtiges Detail: Die Wertpapiere sind bereits mit der Option der Laufzeitverlängerung durch die Emittenten ausgestattet. Trotzdem reicht dieser Puffer offensichtlich nicht, um die Ansprüche der Investoren zu bedienen.
In insgesamt acht Tranchen haben die vier Emittentinnen Proreal Secur 1 bis 4 rund 50 Millionen Euro eingesammelt, die an die Zwischengesellschaft SC Finance Three weitergereicht wurden. Über sie wurden die Mittel an einzelne Immobilienprojekte der Soravia weitergereicht.
In der Zwischengesellschaft wurden rund 95 Millionen Euro gepoolt
Ebenfalls in die SC Finance Three flossen Mittel der von der One Group begebenen Schuldverschreibungen der Serie "Proreal Private". Hier kamen weitere rund 55 Millionen Euro zusammen, die jedoch mit einem qualifizierten Nachrang ausgestattet wurden, also unter dem Vorbehalt einer Durchsetzungssperre stehen, wenn ihre Bedienung zu einer Insolvenz führen würde. (tw/ae)













