Die Bundesregierung plant eine neue Steuer für Anleger, die in auf Edelmetallen basierende Wertpapiere investieren. Betroffen wäre unter anderem das populäre Xetra-Gold. Bei der Deutschen Börse, einer der Co-Emittentinnen der beliebten Edelmetall-Schuldverschreibung, zeigt man sich angesichts dieser Pläne einigermaßen irritiert. "Die Deutsche Börse Commodities GmbH spricht sich gegen ein Gesetzesvorhaben aus, das ein transparentes, geregeltes und effizientes Investment in physisches Gold, wie Xetra-Gold es ermöglicht, mit Abgeltungsteuer belegt", heißt es in einer Stellungnahme, die der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) vorliegt.

Die Betreiber der Handelsplattform machen sich nach eigenen Angaben Sorgen darüber, dass Investoren nach Einführung einer Steuer auf Veräußerungsgewinne bei Xetra-Gold in intrasparentere Bereiche des Marktes ausweichen könnten. Bisher können sie Wertpapiere, die ein Lieferrecht für Gold verbriefen, nach Ablauf einer Spekulationsfrist von einem Jahr verkaufen, ohne den Fiskus an ihren Erträgen teilhaben lassen zu müssen.

Ob sich das tatsächlich ändert, ist allerdings noch nicht klar: Bei der vorliegenden Version des Jahressteuergesetzes 2020 handelt es sich um einen ersten Referentenentwurf, schreibt die FAZ. Es könnte also noch Nachbesserungen geben. (fp)