Mark Zuckerberg begräbt seine geplante Kryptowährung "Libra" bevor auch nur ein Bit des Digitalgeldes auf Rechnern zirkulieren konnte. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf "informierte Kreise". Der Gründer und Chef von Facebook, das nun "Meta" heißt, sowie die anderen hinter der für Libra geschaffenen Kryptoinitiative Diem Association stehenden Unternehmen wollen diese veräußern. Der Anlass für diesen Schritt ist laut Bloomberg der Gegenwind seitens der Aufsichtsbehörden.

Das Kryptogeld sollte auf mehreren internationalen Währungen wie dem Euro und dem US-Dollar basieren und durch Staatsanleihen abgesichert sein. Eine durch einen Währungskorb gedeckte digitale Devise wäre relativ wertbeständig und längst nicht so schwankungsintensiv wie etwa der Bitcoin. 

"Perdere diem"
Allerdings rief Libra schon in der Vergangenheit bei Finanzexperten und Regulatoren teils heftige Kritik hervor. Sie warnten vor einem "Kolonialisierungsprojekt" und einer "systemischen Gefahr", weil man fürchtete, dass Facebook/ Meta sowie die anderen Unternehmen die Geldpolitik und Kontrollfunktion der Notenbanken unterlaufen könnte. Sie alarmierten schnell Politik und Behörden. Bedenken gab es auch wegen Datenschutz und Geldwäsche. 

Letztendlich ist Libra, das Ende 2020 in "Diem" umbenannt wurde und im Mai 2021 bereits in den Startlöchern stand, offenbar daran gescheitert, dass die USA im November entschieden hatten, dass nur beaufsichtigte Banken als Emittenten sogenannter "Stablecoins" wie Libra zugelassen werden sollten. Außerdem sollten die Verbindungen der Emittenten zu einzelnen Unternehmen beschränkt werden, um die "übermäßige Konzentration wirtschaftlicher Macht” zu verhindern. Das war für Zuckerberg & Co. offenbar zu viel.

Suche nach neuen Jobs für Programmierer
Die in der Schweiz ansässige Diem Association, an der Meta mit einem Drittel beteiligt ist, hat nun laut Bloomberg Gespräche mit Investmentbankern darüber begonnen, wie das geistige Eigentum des Projekts am besten verkauft werden kann. Zudem gehe es um eine neue Heimat für die Programmierer, die die Technologie entwickelt haben. (jb/Bloomberg)