Für den Mischfonds Huber Portfolio werden ab Ende Juni keine neuen Anteile mehr ausgegeben. Das hat der verantwortliche Bad Homburger Vermögensverwalter Taunus Trust veranlasst. "Der Hard Close des Fonds ist aus meiner Sicht erforderlich, damit ich langfristig meinen antizyklischen Investmentansatz uneingeschränkt umsetzen und die mir anvertrauten Kundengelder bestmöglich betreuen kann", sagt Fondsmanager Peter E. Huber.

Börsenaltmeister Huber sieht sich einer Situation ausgesetzt, von der die meisten anderen Vermögensverwalter nur träumen können: Dank einer sehr guten Performance verzeichnet sein Fonds seit Monaten enorme Mittelzuflüsse. Bei Hubers Fonds wird das viele Geld allmählich zur Belastung: Es sei "eine große Herausforderung, die bereits hohe Liquidität zu angemessenen Bedingungen anzulegen", teilt Taunus Trust mit. "Zum Schutz der bestehenden Anteilsinhaber wurde daher beschlossen, die Ausgabe neuer Fondsanteile ab dem 30. Juni 2026 um 17 Uhr bis auf Weiteres vollständig einzustellen." Die Rückgabe von Fondsanteilen bleibe auch darüber hinaus möglich, betont der Vermögensverwalter.

Appell an die Anleger verhallt ungehört
Taunus Trust hatte mit Kräften versucht, diesen harten Schritt zu vermeiden. Im Juni vergangenen Jahres teilte Huber seinen Investoren mit, den Fonds aus dem "aktiven Vertrieb" genommen zu haben. Huber verwies in dem Schreiben darauf, dass die starken Mittelzuflüsse die Flexibilität einzuschränken drohten. Dies gelte "insbesondere für die Anlage in attraktiven europäischen Mid Caps, die derzeit oft nur mit einem beschränkten Volumen gehandelt werden", so Huber. "Deshalb wäre es schön, wenn wir aktuell keine größeren Mittelzuflüsse zu verzeichnen hätten, bis sich die Situation wieder etwas entspannt hat."

Um einen Hard Close, also den vollständigen Stopp der Anteilsausgabe, zu umgehen, entschied man sich, das Marketing für den Fonds komplett einzustellen: keine Veranstaltungen mehr, keine Präsentationen, keine Pressetermine. Ein Interview mit der Redaktion? Jederzeit gerne als Hintergrundgespräch, teilte Huber auf Anfrage von FONDS professionell mit – aber bitte keine Veröffentlichung, so die für die Branche sehr unübliche Botschaft.

Bestnote bei allen Ratingagenturen
Erfüllt hat sich Hubers Hoffnung, die Mittelzuflüsse würden abflauen, allerdings nicht: Damals verwaltete der Fonds rund 485 Millionen Euro, inzwischen sind es gut 1,3 Milliarden Euro. Womöglich fürchtete mancher Finanzberater eine nahende Schließung des Fonds – und wollte seinen Kunden schnell noch Anteile sichern.

Das lässt jedenfalls die Maklerpoolumfrage von FONDS professionell vermuten, bei der die Redaktion halbjährlich die Bestseller im freien Finanzvertrieb ermittelt. Im zweiten Halbjahr 2025, also nach Beendigung des "aktiven Vertriebs", landete welcher Fonds ganz oben auf der Liste? Genau, der Huber Portfolio (siehe FONDS professionell 1/2026, Seite 228 – angemeldete Nutzer können den Beitrag auch hier im E-Magazin lesen). Der Performance geschadet haben die Zuflüsse übrigens nicht. Bei allen gängigen Ratingagenturen, sei es Morningstar, Lipper, Scope oder Mountain-View, trägt Hubers Fonds aktuell die Bestnote. (bm)