Eigentlich sollte für Vermittler von Wohnimmobilien seit dem vergangenen Wochenende alles klar sein: Am 7. Mai trat die am 22. April vom Bundesrat beschlossene "Verordnung über Immobiliardarlehensvermittlung (ImmVermV)" offiziell in Kraft, welche die Grundlage für Immobilienkreditvermittler mit der Erlaubnis nach Paragraf 34i Gewerbeordnung (GewO) ist. Uneigentlich gibt es aber immer noch einige wichtige offene Fragen, wie Frank Rottenbacher, Geschäftsführer des Bildungsdienstleisters Going Public und Vorstand des AfW Bundesverbandes Finanzdienstleistungen, in einem Video-Blog erklärt.

Ganz oben auf der Liste steht die Frage, wie viele Vermittlungen pro Jahr ein Berater, der spätestens seit dem 21. März 2011 eine Erlaubnis gemäß Paragraf 34c Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 GewO hat, pro Jahr nachweislich getätigt haben muss. Rottenbacher zufolge ist hier immer noch keine endgültige Entscheidung gefallen.

Wie er aber der Redaktion auf Anfrage mitteilte würden die Industrie- und Handelskammern (IHK), die in einigen Bundesländern als Erlaubnisbehörde fungieren werden, gerne – statt wie bislang kolportiert – mindestens drei abgeschlossene Vermittlungen pro Jahr sehen. Dies können sie wohl auch selbst entscheiden.

Als Nachweis für die erfolgreichen Vermittlungen gelten Provisionsabrechnungen. Unselbstständig tätige Vermittler können dies auch durch Arbeitsverträge, Arbeitszeugnisse, eine Bestätigung des Arbeitgebers, Verdienstbescheinigungen mit Tätigkeitsnachweisen oder Provisionsabrechnungen belegen.

Backoffice-Mitarbeiter brauchen auch Sachkundenachweis
Der Going-Public-Geschäftsführer macht ferner darauf aufmerksam, dass in größeren Betrieben nicht nur der Geschäftsführer, sondern alle "mitwirkenden Mitarbeiter" diesen Nachweis liefern müssen. Dies wird somit auch Personen betreffen, die keine Kunden direkt beraten sondern beispielsweise im Backoffice-Bereich an der Darlehensvermittlung arbeiten. Diese müssen laut Rottenbacher auch im Vermittlerregister eingetragen werden.

Immerhin, auf der Internetseite von Going Public ist vermerkt, dass die ersten Sachkundeprüfungen bei einigen IHKen bereits am 23. Juni stattfinden. Der nächste Termin für die Sachkundeprüfung ist jedenfalls der 28. Juli. Zumindest das ist geklärt. (jb)