Die Bundesregierung hat sich Ende August dafür ausgesprochen, die EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid II in einigen Punkten zu überarbeiten. Unter anderem möchte sie sich in Brüssel bei der EU-Kommission dafür einsetzen, dass die Aufzeichnungspflicht für telefonische Beratungsgespräche ("Taping") letztlich entfällt: Kunden sollen das Taping ablehnen können (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Vor diesem Hintergrund fordert der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung nun, dass die Regierung die Taping-Pflicht auch aus dem Entwurf der neuen, an Mifid II angepassten Finanzanlagenvermittlungsverordnung (FinVermV) entfernt. Die Verordnung befindet sich auf dem Weg in den Bundesrat, wo sie inklusive dieser Verpflichtung am 20 September 2019 verabschiedet werden soll. 

Erneute Verschiebung der FinVermV kein Problem
"Wir fordern die Bundesregierung auf, ihrer eigenen Sichtweise zu folgen und das alternativlose Taping aus dem FinVermV-Entwurf zu streichen oder die Verabschiedung der FinVermV so lange aufzuschieben, bis über diese Mifid-II-Regelung in Brüssel erneut beraten wurde", fordert AfW-Vorstand Frank Rottenbacher. "Taping ist ein Bürokratie- und Datenschutzmonster, was niemand möchte und niemand braucht. Die FinVermV ist nun bereits ein Jahr und neun Monate zu spät dran. Da führt eine erneute Verschiebung bei den Finanzanlagenvermittlern auch zu keinen weiteren Problemen", begründet Rottenbacher die Aufforderung des AfW. 

Die verpflichtende Aufzeichnung von Telefonaten und von Online-Beratungen hat der AfW nach eigenen Angaben von Anfang an kritisiert. Er begrüßt daher nun die Position der Bundesregierung, die Mifid-II-Regeln in einigen Punkten praxistauglicher zu gestalten. Somit würden zahlreiche Probleme entschärft, die mit dem Taping einhergehen, beispielsweise Fragen zum Datenschutz oder der Problematik, welche Passagen eines Telefonats aufgezeichnet werden müssten. (jb)